„They call me Magic“ bei AppleTV+

Was die Zuschauer in der Serie über „Magic “ Johnson erfahren

Der ehemalige Basketball-Star Earvin „Magic “ Johnson spricht über seine HIV-Diagnose 1992, sein Engagement in der Aids-Prävention und seine TV-Serie „They call me Magic“.

Earvin „Magic “ Johnson bei der Premiere seiner TV-Serie „They call me Magic“.

Earvin „Magic “ Johnson bei der Premiere seiner TV-Serie „They call me Magic“.

Von Patrick Heidmann

Seine Karriere als Profibasketballer begann 1979, 1992 gab er nach dem Bekanntwerden seiner HIV-Infektion und dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen seinen Rücktritt bekannt. Jetzt – 30 Jahre später – erzählt Earvin „Magic“ Johnson mit dem TV-Vierteiler „They call me Magic“, der seit 22. April bei AppleTV+ läuft, erstmals selbst seine Geschichte. Und spricht aus diesem Anlass über . . .

. . . die Entstehung der TV-Serie Nachdem die Dokuserie „The last Dance“ über meinen Kollegen Michael Jordan so ein großer Erfolg wurde, stand mein Telefon nicht mehr still. Plötzlich wollten alle etwas Ähnliches auch mit mir machen – und mir war es wichtig, dabei auf die komplette Wahrheit zu setzen. Die Zeit war endlich reif für meine Geschichte, in allen Details. Ich wollte dabei nichts ausklammern, weder meine Kindheit in Lansing/Michigan noch meine College-Zeit oder die Profijahre bei den Los Angeles Lakers, aber auch nicht meine HIV-Diagnose, meinen Werdegang als Geschäftsmann abseits des Platzes oder das Coming-out meines schwulen Sohnes EJ.

. . . über die Einblicke, die in „They call me Magic“ gewährt werden Das fängt an bei Archivaufnahmen, die sicherlich die wenigsten Zuschauerinnen und Zuschauer kennen dürften. Und die bittere Erkenntnis, dass ich 1979 einen der größten Deals der Geschichte vermasselt habe, als ich keinen Werbevertrag mit Nike abgeschlossen habe, der mir ein Aktienpaket an der Firma gesichert hätte, ist womöglich auch für viele neu. Ansonsten weiß vielleicht auch nicht jeder, was für ein emotionaler Mensch ich bin, der sehr große Gefühle für seine Frau und Familie hegt. Dass neben meinen einstigen Teamkameraden und Kollegen auch meine Eltern und Geschwister zu Wort kommen, ist entsprechend für mich etwas sehr Besonderes.

. . . über seine „magische“ Spielweise, mit der er einst die NBA für immer verändert hat Vermutlich war das 1984, als ich mit den Lakers erstmals gegen Larry Bird und die Boston Celtics um die Meisterschaft spielte. Plötzlich schaute die ganze Nation zu – und das war neu. Ein Jahr später standen sich unsere Teams abermals im Finale gegenüber, und die Aufmerksamkeit war noch größer. Die Menschen schalteten nicht nur ein, um die Lakers gegen die Celtics zu sehen, sondern weil Larry und ich die Attraktion waren. Michael Jordan hat diese Attraktion des Sports später noch einmal auf ein neues Niveau gehoben. Aber dass er nun in der Dokumentation sagt, dass das mit mir angefangen habe und ich die NBA zu dem gemacht habe, was sie heute ist, bedeutet mir viel.

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. . . über Michael Jordan und dessen Status als bestem Basketballer in der Geschichte Keine Frage, Michael Jordan war ein Ausnahmespieler. Seine Sprünge, wie er durch die Luft geradezu schwebte – das war einzigartig. Larry Bird gehört mit seinen Wurffähigkeiten und seiner Spielintelligenz ohne Frage auch in die ewige Bestenliste. Später dann natürlich auch noch Kobe Bryant mit seiner Mamba-Mentalität.

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. . . über sein eigenes Vermächtnis Als Teil des Dreamteams gemeinsam mit Michael Jordan und Larry Bird auf dem Platz zu stehen und 1992 in Barcelona die Olympische Goldmedaille zu gewinnen, das war schon der größte Moment meiner Karriere. Auch wenn wir gegeneinander spielten, waren die Begegnungen mit den beiden immer etwas ganz Besonderes. Leider habe ich gegen Jordan nur ein einziges Mal in der NBA-Finalserie gespielt – und verloren. Aber wissen Sie, was mir auch viel bedeutet? Dass ich heute hier sitzen und Ihre Fragen beantworten kann. Als ich damals meine HIV-Diagnose bekam, hätte das schließlich auch mein Todesurteil sein können.

. . . seine Vorbildfunktion in der Aids-Prävention, in der er sich mit seiner Stiftung engagiert Natürlich habe ich schnell verstanden, dass man mich womöglich als Vorbild sieht, deswegen habe ich mir immer bewusst gemacht, welche Verantwortung damit einhergeht, und versucht, das Richtige zu tun. Und ich habe mich auch nie dagegen gesträubt, sondern bin stolz darauf, wenn ich mit meinem Tun etwas im Leben anderer Menschen bewirken kann und einen positiven Einfluss habe, egal ob als Sportler oder in anderen Funktionen.

. . . die Träume, die er sich erfüllt Ich wollte in der NBA spielen und die Welt bereisen, das ist mir beides mehr als gelungen. Ich habe Cookie, meine College-Liebe geheiratet, und bin bis heute mit ihr glücklich. Ich habe eine Familie und mein eigenes Haus, was als Junge auch ganz oben auf meiner Liste stand. Ich habe alle amerikanischen Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte getroffen und teilweise mit ihnen zusammengearbeitet und war – was definitiv ein großer Traum von mir war – zweimal mit Michael Jackson auf Tour. Außerdem hatte ich das Privileg, anderen Menschen helfen zu dürfen. Wenn heute noch Träume übrig sind, dann vor allem: mehr davon. Ich würde gerne noch mehr dazu beitragen, armen und obdachlosen Menschen in den USA zu helfen und Versöhnung zu stiften.

Erfolge über Erfolge

Karriere Earvin „Magic“ Johnson (62) spielte von 1979 bis 1991 und noch einmal 1996 für die Los Angeles Lakers. In den 1980er-Jahren dominierte er mit dem „Showtime Express“ die NBA. Der 2,06 Meter große Point Guard (Spielmacher) feierte fünf NBA-Titel, wurde dreimal zum MVP gewählt und holte mit den USA Gold bei Olympia 1992.

Auszeichnungen 1996 wurde Johnson von Journalisten, Ex-Spielern und Teammanagern unter die 50 besten Spieler in der Geschichte der NBA gewählt. Der US-amerikanische Fernsehsender ESPN zeichnete Johnson 2007 als besten Point Guard aller Zeiten aus.

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Erstellt:
26. April 2022, 13:06 Uhr
Aktualisiert:
27. April 2022, 09:19 Uhr

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