3 Tage frei: In der Rampe startet das Landestreffen der freien Tanz- und Theaterszene unter neuem Namen. „The Art of Protest“ heißt die Eröffnungsgala nicht ohne Grund.
„The Art of Protest“ heißt die Eröffnungsgala in der Rampe, aus Stuttgart mit dabei sind auch Yahi Nestor Gahe und Dorothea Lanz.
Von Andrea Kachelrieß
Eigentlich heißt das Festival der freien darstellenden Künste Baden-Württembergs „6 Tage frei“. Doch Kürzungen im Stuttgarter Kulturetat haben den Szenetreff in diesem Jahr geschrumpft: „3 Tage frei“ lautet nun das Motto, an diesem Mittwoch fällt um 18.30 Uhr der Startschuss im Theater Rampe. Erwartet werden Gäste mit Produktionen aus Mannheim, Freiburg, Karlsruhe, Heilbronn und Teningen.
Den Gürtel um die doppele Anzahl der Löcher enger schnallen? Wo andere Schnappatmung bekommen, ist die Resilienz Kulturschaffender verblüffend. Doch nun sind die Herausforderungen so massiv, dass sie auch auf der Bühne nicht mehr ausgespart werden sollen – darauf verweist schon das Festivalplakat, das die Zähne einer Motorsäge in gefährliche Nähe zu einem prallen Luftballon bringt. Passend dazu bietet die Eröffnungsgala des Festivals sieben per Los ausgewählte Performances, die Protest nicht nur thematisieren, sondern als künstlerische Praxis zeigen. Mit dabei bei „The Art of Protest“ sind aus Stuttgart Yahi Nestor Gahe, Dorothea Lanz und Alessandro Giaquinto, die Schweigen als radikale Geste für etwas herausarbeiten, für das einem die Worte fehlen.
Die sollten nicht ausgehen beim kulturpolitischen Panel am Donnerstag im Jes. „War schön, kann weg?“ lautet launisch die Ausgangsfrage. Von 17 Uhr an debattieren Vertreter und Vertreterinnen aus Politik sowie von Verbänden die weniger spaßige Lage der freien Szene, die schon immer unter Risiko arbeitete, aber nun enorm unter Druck geraten ist.
Welche Antworten die Kunst auf die Bedingungen ihrer Entstehung formuliert, zeigen Soli und Gruppenstücke bis einschließlich Samstag. Bei freiem Eintritt lädt die Freie Tanz- und Theaterszene am Freitag um 20.30 Uhr zur Party in ihre Geschäftsräume in der Kriegsbergstraße, am Samstag ist bei einer Filmmatinée um 11 Uhr eine Dokumentation über die 2023 verstorbene Stuttgarter Choreografin Juliette Villemin zu sehen.
Das komplette Programm zum Festival gibt es unter www.3-tage-frei.de