Die Auszeichnung Preis „max40“ würdigt junge Architektinnen und Architekten für ihre realisierten Bauwerke. Dieses Jahr geht er unter anderem: nach Stuttgart! So sehen die Arbeiten aus.
Zwei von elf Anerkennung gingen nach Baden-Württemberg: Schneider Hoffmann Architekten aus Karlsruhe – Lisa Schneider, Peter Hoffmann für das Projekt „50 für 4 – Ferienhaus“, Kraichgau.
Von Tomo Pavlovic
Wohnen ist mittlerweile kompliziert. Wohnraum ist knapp und teuer, obwohl es eigentlich genügend Raum gäbe – angesichts der hohen Leerstandsquote und vieler ungenutzter Büro- und Fabrikgebäude. Der von Stuttgarter Studierenden aus den Bereichen Architektur und Städtebau initiierte Verein Adapter beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Problem und will Lösungswege aufzeigen: etwa mit der Aktivierung temporär leer stehender Raumressourcen, um neue Formen des Wohnens experimentell zu erproben und erforschen.
Eine Auszeichnung für Stuttgarter Architekten
Zu den bekanntesten Projekten von Adapter gehört das „Pionierwohnen im Neckarquartier“, also jene Wohngruppe, die zwischen Juli und Oktober 2024 eine ungenutzte Produktionshalle in der Alten Spinnerei in Wendlingen bezogen hatte. Die neun Bewohnerinnen und Bewohner wurden dabei wissenschaftlich begleitet, der Umbau erfolgte mit Hilfe eines von eigener Hand eingebauten flexiblen Raum-in-Raum-Systems des Vereins. Die Zimmer, Küchen und Bäder konnten und können rückstandslos wiederverwendet und ohne bauliche Eingriffe entfernt werden.
Nun wird dieses Projekt mit dem begehrten Max40-Preis ausgezeichnet – also mit dem Förderpreis für junge Architektinnen und Architekten der Landesverbände des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA). Zwei weitere Anerkennungen gehen an junge Büros in Baden-Württemberg – Studio Sozia sowie Schneider Hoffmann Architekten, beide Karlsruhe.
Ausstellung in Stuttgart
Die Ausstellung, die zunächst im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main die prämierten Arbeiten gezeigt wurde, wird nun im BDA-Wechselraum in Stuttgart präsentiert und ist bis zum 22. Mai zu sehen.
Zur Vernissage am 27. April um 19 Uhr stellen drei der vier ausgezeichneten Büros aus Baden-Württemberg sich und ihre Arbeiten persönlich vor: Adapter e.V. aus Stuttgart, Schneider Hoffmann Architekten sowie Studio Sozia, beide aus Karlsruhe.
Info
Ausstellung Die Vernissage ist am Montag, 27. April 2026, 19 Uhr im BDA-Wechselraum (Friedrichstraße 5) in Stuttgart. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 15–18 Uhr (geschlossen an Wochenenden sowie Feiertagen und Brückentagen).
Sieben Hauptpreise wurden bei „Max40“ vergeben. Einer ging an ADAPTER e.V. aus Stuttgart – Christiana Weiß, Paul Vogt, Elif Kälberer – für „Pionierwohnen im Neckarspinnerei Quartier (NQ)“ in Wendlingen am Neckar.
Preis: Maximilian Hartinger Architekt: „Haus mit gehobenem Dach“, Tiefenbach (bei Passau).
Preis: Architekturbuero eder – Lena Maria Eder, Benjamin Eder für den „Umbau eines 60er-Jahre-Hauses“ in Gauting.
Preis: Tim Mahn Architekt: „Das Bedürfnis Projektraum in ehemaliger Bedürfnisanstalt“, in Halle (Saale).
Preis: Ideenschmiede lnes Streit, Dominik Marx für – „Föhringsmühle“, Umbau einer Scheune in Dudeldorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz).
Preis: etal. ArchitektInnen Gesche Bengtsson, Elena Masla, Zora Syren für „Das robuste Haus – Mehrgenerationenhaus Görzer Straße“ in München.
Preis: Ebenfalls in München: Kollektiv A – Benedict Esche, Lionel Esche – für den „Kulturdachgarten“.
Eine der elf Anerkennungen ging an STUDIO SOZIA aus Karlsruhe – Lisa Häberle, Valerio Calavetta für „TINA“, ein flexibles Büro- und Wohngebäude in Breisach am Rhein.
Unter den 18 gewürdigten Projekten findet sich auch dieses Tiny House – ein mit regionalen Materialien gebautes, aus einem Raum bestehendes „Kleinhaus“ von Clemens Hoyer, Sophie Kotter.
Anerkennung: Clemens Hoyer, Sophie Kotter für ihr „Kleinhaus“, Eichstätt in Bayern mit Holz – und Baum.
Anerkennungen für Wohnbauten gab es auch für andere Regionen: Florian Voigt: „Waldhaus“,Tellerhäuser im sächsischen Erzgebirge.
Anerkennung: Noch mehr Holz, ebenfalls in Sachsen: FRIDA ARCHITEKTEN Tobias Maisch – Walderlebniszentrum Leupoldishain in Königstein (Sächsische Schweiz).
Anerkennung auch fürs Ausland: CURA Architekten – Otto Closs, Marc Ritz: Schulzentrum in Davos Platz, Schweiz.