Der Stuttgarter Duc-Thi Bui ist gemeinsam mit Philipp Lutz (Köln) mit dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet worden. Ihr „Malibu“-Drehbuch erzählt von krebskranken Teenagern.
Ausgezeichnet: Die Drehbuchautoren Duc-Thi Bui (rechts) und Philipp Lutz
Von Gunther Reinhardt
Duc-Thi Bui und Philipp Lutz sind mit ihrem noch nicht verfilmten Drehbuch „Malibu“ mit dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet worden. Die Jury gab die Entscheidung am Mittwochabend im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin bekannt. Der von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) gestiftete Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen für Drehbücher im deutschsprachigen Raum.
„Malibu“: 17-Jährige auf der Krebsstation
„Malibu“ handelt von den 17-jährigen Jugendlichen Jonas und David: Sie liegen wegen ihrer Krebserkrankung in der Onkologie und werden durch diesen Schicksalsschlag engste Freude – und vielleicht sogar mehr als das. „Liebe ist nichts, über das wir entscheiden“, sagte Duc-Thi Bui in seiner Dankesrede in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin: „Liebe ist etwas, das manchmal einfach passiert: manchmal in bestimmten Momenten, manchmal unter bestimmten Umständen, manchmal in bestimmten Zuständen unseres Körpers: Und ich glaube, davon erzählt ‚Malibu‘.“ Das Drehbuch beruht auf dem gleichnamigen Roman von Philipp Lutz.
Duc-Thi Bui studierte zunächst Architektur & Stadtplanung in Stuttgart und später Film und Drehbuch in Köln. Zusammen mit Ko-Autor und Regisseur Duc Ngo Ngoc hat der 47-jährige Stuttgarter das Drehbuch für den Kinofilm „Ha-Neu/Berlin“ (AT) fertiggestellt, das mit dem Deutschen Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde. Philipp Lutz studierte zunächst Jura in Tübingen und wechselte dann 2001 nach Köln, um Film zu studieren. Direkt nach dem Abschluss machte er sich im Oktober 2010 mit Lutzfilm in Köln selbstständig und arbeitet seither als Produzent, Autor und Regisseur.
„Running High“ von Stefanie Fries und „Hyperbaby“ von Romina Küper
Für den Preis waren insgesamt drei Drehbücher nominiert: In „Running High“ erzählt Stefanie Fies von einer afghanischen Marathonläuferin, die in die USA kommt, als Statistin in Kriegssimulationen der Army arbeitet und hofft, beim New City Marathon teilzunehmen. Romina Küper erzählt in „Hyperbaby“ von einer Philosophiestudentin, die auch als Sexworkerin arbeitet, die aber das illegale Altersheim ihres Großvaters übernehmen muss. Die Nominierungen sind mit 2500 Euro dotiert.
Rekordjahr für die MFG
In diesem Jahr verzeichnete die MFG mit 60 anonym eingereichten Stoffen einen neuen Rekord. Aus dieser Auswahl nominierte die dreiköpfige Fachjury unter Vorsitz der Drehbuchautorin Laila Stieler drei Projekte für die Endrunde.
Der Thomas-Strittmatter-Preis wurde 2026 zum 27. Mal vergeben. Benannt ist er nach dem früh verstorbenen badischen Schriftsteller und Drehbuchautor Thomas Strittmatter (1961–1995). Mit der Auszeichnung würdigt die MFG Baden-Württemberg herausragende, noch nicht verfilmte Drehbücher und setzt ein deutliches Signal für die kreative Stoffentwicklung im deutschen Film.