Die Kult-Kinderbuchfigur Conni ist zurück auf der Kinoleinwand. In „Abenteuer mit Kranich Klaus“ hilft sie einem abgestürzten Zugvogel dabei, wieder abzuheben.
Und er fliegt doch! Conni und ihre Freunde sorgen dafür, dass der verletzte Kranich Klaus die Abreise in den Süden noch schafft. Szene aus dem Kinofilm „Meine Freundin Conni - Abenteuer mit Kranich Klaus“
Von Andrea Kachelrieß
Das mit der Rettung von Wal Timmy ging ja mal gründlich schief. Nun kommt Conni ins Kino und zeigt, wie man ein krankes Tier wieder flott bekommt. Okay, ein abgestürzter Kranich ist handlicher als ein gestrandeter Buckelwal und wird im neuen Animationsabenteuer der beliebten Figur aus Liane Schneiders Kinderbuchreihe wahlweise in einem Kinderwagen, einem Wohnmobil und am Schluss sogar in einem Streifenwagen Richtung Happy End bugsiert.
Und doch gibt es in Connis zweitem Kino-Auftritt überraschend aktuelle Parallelen zur Wal-Odyssee in der Ostsee, was nicht allein am grinsenden Meeressäuger liegt, der das Shirt von Connis Freundin Anna ziert. Spätestens dann, wenn Conni und ihre Freunde das Leben des flügellahmen Patienten auf dem Weg zur Vogelaufzuchtstation durch tollkühne Aktionen gefährden und am Ziel die Expertise des Ornithologen als Chor von Kranich-Flüsterern in Frage stellen, ist auch das erwachsene Publikum ziemlich gut unterhalten. Klar, in einem Kinderfilm darf Tierliebe vor Expertenrat kommen. Und selbst Klaus weiß, was er will: Conni, ob mit oder ohne Schleife im Haar.
Sehr bewusst wählt der Film „Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus“ eine kindliche Perspektive. Kinder können hier nebenbei einiges über Zugvögel lernen. Vor allem sehen sie einen Zeichentrickfilm, in dem es in einer ziemlich intakten Welt um Freundschaft, Neid, Eifersucht, Vertrauen und alle Formen der Liebe, vor allem der zu Tieren geht. Der Kranich trägt einen GPS-Tracker samt Notfallnummer, aufkeimender Streit wird mit emotional gutem Gespür beigelegt und sogar gendermäßig ist alles im grünen Bereich: Connis Mutter baut bei einem Großvater eine Küche auf, der Vater malert, während der andere Opa das Wochenende mit Conni und ihren Übernachtungsgästen Simon und Anna verbringt.
Kranich-Formationen faszinieren
Unten freuen sich die Kinder auf eine anstehende Geburtstagsparty, oben kracht Kranich Klaus in einem Moment der Unachtsamkeit in eine Hochspannungsleitung, verliert den Anschluss an seine Gang und muss ausgerechnet im Garten von Connis mürrischem Nachbarn notlanden. Wie Regisseur Dirk Hampel die beiden Perspektiven zusammenführt, wie das Animationsteam um Pablo Lobato und Angélica García mit faszinierenden Kranich-Formationen in der Luft und im Wasser fesselt, setzt in dem soliden Conni-Plott schöne Akzente.
Eine hungrige Füchsin, eine tollkühne Skater-Fahrt und nächtliche Ausflüge sorgen für gut dosierte Spannung, die junge Grundschulkinder nicht überfordert. Und dass Wal Timmy zufällig vor Kinostart in der Ostsee strandete, lässt begleitende Erwachsene etwas neugieriger auf das eigentlich banale Abenteuer von Conni blicken.
Termin Ab 14. Mai im Kino, Deutschland 2026, 77 Min. ohne Altersbeschränkung
BuchConni ist eine der beliebtesten Kindermarken im deutschsprachigen Raum. Seit 1992 das erste Buch von Liane Schneider im Carlsen Verlag erschien, wurden mehr als 50 Millionen Exemplare verkauft. Mittlerweile gibt es rund 100 Original-Conni-Geschichten. Zum Kinostart erscheint bei Carlsen ein Bilderbuch zum Film.