Schillersonntag in Marbach

Vom ostdeutschen Alltag bis in Rilkes Welten

Am Schillersonntag ist rund um Schillermuseum und Literaturarchiv viel los. Den Auftakt macht die Schillerrede der Schriftstellerin Helga Schubert, die als Chronistin des ostdeutschen Alltags gilt.

Vom ostdeutschen Alltag bis in Rilkes Welten

Literaturarchiv und Schillermuseum in Marbach: An diesem Sonntag, 8. November, feiert die Stadt den Geburtstag des Dichters.

Von Andrea Kachelrieß

Am 8. November findet der diesjährige Schillersonntag in Marbach statt. 267 Jahre alt wäre der am 10. November 1759 in der Stadt am Neckar geborene Dichter in diesem Jahr geworden. Eröffnet wird der literarische Feiertag seit 1999 traditionell mit der Schillerrede, in diesem Jahr hält sie Helga Schubert. „Ei, Vater, sieh den Hut dort auf der Stange“ hat die Schriftstellerin ihren Vortrag mit einem Zitat aus dem Drama „Wilhelm Tell“ überschrieben. Es spielt auf den am Weg aufgestellten Hut des Landvogts an - und den von Tell verweigerten Gruß, der das Drama auslöst.

Helga Schubert ist eine Chronistin des ostdeutschen Alltags

Mit Freiheit und Pflichten hat die 1940 in Berlin geborene Autorin, die als nüchterne Chronistin des ostdeutschen Alltags gilt, ganz eigene Erfahrungen; so wurde ihr zum Beispiel 1980 nach einer Einladung zum Bachmann-Wettbewerb die Ausreise aus der DDR verweigert. Zuletzt hat sie in „Die Woche danach“ den Tod ihres pflegebedürftigen Mannes verarbeitet. Das Literaturarchiv wird die Rede aus dem bereits ausgebuchten Saal über seinen Youtube-Kanal übertragen.

Der Schillersonntag lädt zudem dazu ein, die aktuellen Ausstellungen im Schiller-Nationalmuseum und im Literaturmuseum der Moderne kennenzulernen. Im Angebot sind Kurzführungen durch die Schau „Rilkes Welten“ (um 13, 14.30 und 16 Uhr) und durch die Dauerausstellung „Schiller!“ (13.45 und 15.30 Uhr). Um 12.30, 14 und 15.30 Uhr finden im Unteren Foyer des Literaturmuseums der Moderne Kurzkonzerte statt.

Für Kinder gibt es von 13 bis 16 Uhr ein Bastelangebot und um 14.30 Uhr eine Führung durch die Dauerausstellung. Den Tag beschließt macht um 16.30 Uhr ein Konzert mit dem lyrischen Tenor Christoph Prégardien, den Michael Gees begleitet. Die beiden begeben sich mit Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann und Hugo Wolf auf die Spuren der schwäbischen Dichter Friedrich Schiller, Eduard Mörike und Justinus Kerner. Karten kosten an der Abendkasse 20 Euro.

Vom ostdeutschen Alltag bis in Rilkes Welten

Die Schriftstellerin Helga Schubert