Comic-Tage in Stuttgart

Wer zeichnet schneller? Willkommen beim Comic-Battle in Stuttgart

Wer zeichnet schneller, besser und fantasiereicher tolle Geschichten? Auch das lässt sich bei den Comic-Tagen Stuttgart herausfinden. Was lohnt sich besonders?

Wer zeichnet schneller? Willkommen beim Comic-Battle in Stuttgart

Das alles und viel mehr sind die Stuttgarter Comictage: Maurizio Onanos „Oma Herbert“, Malnie Garanins „Mein Freund Rilke“ und Kamila Kròls „Rusalka“.

Von Nikolai B. Forstbauer

In Stuttgart dreht sich alles um Animation und Bewegtbild? Von wegen! Mit der zweiten Ausgabe der Reihe „Comics & Bier“ starteten am Montagabend im Literaturhaus Stuttgart die Comic-Tage Stuttgart. Wie und wo geht es weiter?

Einen besonderen Abend gibt es auch an diesem Dienstag, 10. März. Beim Inneneinrichter Smow im Bosch-Areal (Breitscheidstraße 10), der die aktuelle Rilke-Ausstellung im Deutschen Literaturarchiv in Marbach gestaltet hat. Melanie Garanin stellt mit ihrem Buch „Mein Freund Rilke“ (Carlsen Verlag) eine besondere Annäherung an den Dichter Rainer Maria Rilke vor. Beginn ist um 19 Uhr. Mit dabei ist auch Lorenz Wesemann vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach.

Joris Bas Backer in der Stadtbibliothek

„Baumschatten“ heißt das neue Buch von Joris Bas Backer. Es geht um „Erinnerung und Verdrängung, Schuld und Verantwortung“. An diesem Mittwoch, 11. März, stellt Backer „Baumschatten“ vor – um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Stuttgart (Mailänder Platz 1). Zudem gibt Noëlle Kröger Einblicke in ihr neues Buch „Meer Metall“. Der Titel deutet das Thema an: Es geht um begehrte Metalle – „am Meeresboden wie in den hohen Baumkronen uralter Zeitzeugen“ .

Mana Neyestani im Literaturhaus

Ein Höhepunkt der Comic-Tage? Ist an diesem Donnerstag, 12. März, der Abend mit dem 1973 in Teheran geborenen Comiczeichner und Illustrator Mana Neyestani im Literaturhaus Stuttgart (Bosch-Areal). Er gilt als einer der wichtigsten politischen Karikaturisten des Iran und lebt zurzeit in Paris. „Papiervögel“ heißt sein neuer Band – und „webt mit stiller Präzision eine Welt aus Liebe, Mut, sozialer Härte – und Zuversicht“. Tickets gibt es zwischen 7 und 14 Euro, der Abend beginnt um 19.30 Uhr.

Leibinger-Comicbuchpreis im Hospitalhof

Der zum zwölften Mal vergebene Berthold Leibinger Comicbuchpreis, vergeben von der Berthold Leibinger Stiftung, geht an Shevek K. Selbert für seinen noch unveröffentlichten Doppelband „Für einen Augenblick für immer glücklich“ und „Wish you were here“. „Das (auto-)biografische Werk“, heißt es vorab, „erzählt eindrucksvoll aus der Kindheit und Jugend von Selberts leiblicher Mutter bis zu seiner Geburt und seiner eigenen Kindheit in einem ,Junkie-Haushalt’“. Die Preisverleihung findet an diesem Donnerstag, 13. März, um 18 Uhr mit geladenen Gästen (veranstaltungen@leibinger‐stiftung.de) im Hospitalhof (Büchsenstraße 34) statt. Im Anschluss lädt die Berthold Leibinger Stiftung zur Finissage der Ausstellung des Preisträgerbandes 2025 „Immer alles anders“ von Dominik Wendland im Literaturhaus Stuttgart ein.

Comic Battle im Merlin

An diesem Samstag, 14. März, wird das Kulturzentrum Merlin (Augustenstraße 72) zur Comickunst-Bühne. Mit ihrem Band „Soma“ „entwirft Judith Kranz ein geheimnisvolles Dickicht zwischen Naturnähe und Gesellschaftsstudie, angesiedelt in einer postapokalyptischen Welt nach einer Umweltkatastrophe“. Um 12 Uhr stellt Kranz „Soma“ vor. Im Anschluss geht es mit Lika Nüssli und deren betont rohen Zeichnungen in „Alles Liebe“ um Begehren, Lust und Körperlichkeit. Und wer um 21 Uhr wieder im Merlin vorbeischaut, landet im Abend „Comic Battle“. „Anfängerinnen, Anfänger, Profis und alle dazwischen“ zeichnen in kürzester Zeit zu einem vorgegebenen Stichwort.

Finale mit Comic wird Film

Und was ist mit den Kindern? Bitteschön, an diesem Samstag, 15. März, knattert „Oma Herbert“ ins Merlin. Maurizio Onano, 2024 Finalist des Comicbuchpreises der Berthold-Leibinger-Stiftung, liest aus seinem Band über die Oma, deren Enkelin Mimi und eigenwillige Persönlichkeiten wie Blume Gabi, Kater Sebastian, Vogel Thomas und Maus Susi. Und schließlich schließt sich der Kreis von der Illustration zum Bewegtbild doch: Um 14 Uhr und um 15 Uhr gibt es für Kinder von sechs Jahren an Workshops (Anmeldung über kontakt@medienschule-stuttgart.de). Versprochen wird: „Aus Papierfiguren, Zeichnungen und bunten Formen entstehen Bild für Bild kleine Geschichten direkt vor der Kamera.“ Und so heißt es am Ende der Comic-Tage Stuttgart: „Film ab!“.

Stuttgarter Comictage: Das vollständige Programm findet sich hier.