Die „Tatort“-Kritik

Wie war der „Tatort“ mit Ballauf und Schenk?

Wir haben gesehen: „Die letzten Menschen von Köln“ mit den Kölner Ermittlern Ballauf und Schenk, die es mit Survival-Experten und Schafen im Wolfspelz zu tun hatten.

Wie war der „Tatort“ mit Ballauf und Schenk?

Elara Schmidtke (Katharina Schüttler) hat den Survivaltrainer Moritz Zechmann (Florian Stetter) herausgefordert - Szene aus „Tatort: Die letzten Menschen von Köln“.

Notorische Krimifans sind vermutlich schon beim Vorspann stutzig geworden. Florian Stetter, einst als Kommissar an der Seite von Ulrike Kriener in der ZDF-Reihe „Kommissarin Lucas“ bekannt geworden, hat darstellerisch später die Seiten gewechselt und wird inzwischen gern als Wolf im Schafspelz besetzt: sanft im Auftritt, eiskalt im Abgang, in Perfektion dargeboten als gewalttätiger Ehemann einer Polizistin in „Katharina Tempel“ (ebenfalls ZDF). Dass die Wandlung der von ihm aktuell verkörperten „Tatort“-Figur zum Schaf im Wolfspelz nur bedingt glaubwürdig war, hatte jedoch nichts mit seiner Filmografie zu tun.

Zappenduster war es nicht wirklich

Denn auch bei der Umsetzung des Drehbuchs gab es ein paar Stolperstellen. Im Rahmen eines Überlebenstrainings wurde Gegenspielerin Elara (Katharina Schüttler) im angeblich stockfinsteren „Leichenkeller“ eingesperrt. Sie tastete sich entsprechend vorsichtig durch den Raum, was allerdings etwas seltsam anmutete: Die Bilder zeigten zwar ein Zwielicht, aber es war keineswegs zappenduster.

Einige Auslassungen wiederum waren vermutlich eine Frage des Budgets. Zwischendurch fährt zwar mal ein Streifenwagen durch den menschenleeren nächtlichen Stadtteil, aber davon abgesehen fand die Bombenentschärfung und das daraus resultierende Verkehrschaos allein auf Dialogebene statt. Und die unvermeidliche Rückblende gegen Ende galt nicht dem eigentlichen Auslöser der Tragödie, der Flutkatastrophe, sondern einem zufällig mitangehörten Gespräch. Auch darstellerisch war der Film zwischendurch etwas unrund.

Ein bisschen Nervenkitzel

Was den Spannungsgrad angeht, hat der Regisseur Marcus Weiler vor einigen Jahren mit seinem ersten Kölner Krimi einen Maßstab gesetzt, den seine Inszenierung diesmal nicht erreicht. „Hubertys Rache“ (2022) über eine Geiselnahme auf einem Ausflugsschiff war damals der packendste Fall für Ballauf und Schenk seit langem.

Immerhin sorgten ein paar kleine Schockmomente sowie die elektronische Thriller-Musik für einigen Nervenkitzel, und als Elara panisch nach einem Fluchtweg aus dem zumindest für sie zur Falle gewordenen Schutzraum suchte, war das durchaus fesselnd (gedreht wurde in einem ehemaligen Zivilschutzbunker in Köln-Kalk).

Wenig elegant, aber „Tatort“-typisch war die eine oder andere Erklärung von Sachverhalten, die sich dem Publikum längst erschlossen hatten, und ausgerechnet das beinahe zu ausführliche und entsprechend wortreiche Finale, das einen unerwarteten weiteren Todesfall mit sich brachte.