170.000 Euro für BKZ-Leser helfen – so viel wie noch nie

BKZ-Leser helfen Dank eines neuen Spendenrekords bei der jüngsten Spendenaktion der Backnanger Kreiszeitung dürfen sich 18 Organisationen, Ämter und Vereine – und die Familie der kleinen Helena – über eine Unterstützung freuen.

170.000 Euro für BKZ-Leser helfen – so viel wie noch nie

Lydia Martin und ihre Tochter Helena freuen sich über die Unterstützung der Leser der Backnanger Kreiszeitung. Foto: Alexander Becher

Backnang. Die Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser der Backnanger Kreiszeitung hat auch im Advent 2025 und zum Jahreswechsel erneut Maßstäbe gesetzt. In den vergangenen acht Wochen gingen auf den beiden Spendenkonten rund 170.000 Euro ein, das ist ein neuer Spendenrekord. Diese Summe kommt nun 18 Einrichtungen, Vereinen und Organisationen sowie der Familie der kleinen, aber schwer kranken Helena zugute. Damit wird das hervorragende Ergebnis aus dem Vorjahr nochmals übertroffen – ein bemerkenswerter Erfolg, gerade vor dem Hintergrund der zahlreichen Krisen und Konflikte, die derzeit viele Menschen verunsichern.

Rund 1300 Spenderinnen und Spender haben zu diesem Resultat beigetragen. Die einzelnen Beträge reichten dabei von fünf bis hin zu 10.000 Euro. Doch nicht die Höhe der einzelnen Spenden steht im Vordergrund, sondern die große Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer. Sie zeigt eindrucksvoll, wie ausgeprägt der Gemeinschaftssinn in der Backnanger Region ist. Viele Menschen möchten mit ihrem Beitrag – so klein er auch sein mag – dazu beitragen, das Leben ein Stück lebenswerter zu machen. Dazu kommen etwa 20 Firmen und Einzelpersonen, die Beträge von 1000 Euro und mehr gespendet haben – ein starkes und ermutigendes Signal der Solidarität.

Im Folgenden werden die Empfänger und ihre Projekte kurz vorgestellt:

Helena Die kleine Helena aus Weissach im Tal ist erst drei Jahre alt – und kennt Krankenhäuser besser als Spielplätze. Bereits 19 Operationen musste sie mit Vollnarkose überstehen, die letzte erst vor wenigen Tagen. Eine schwere Hüftfehlstellung, Inkontinenz und Schluckprobleme schränken ihren Alltag stark ein. Medikamente, Therapien und spezielle Hilfsmittel begleiten ihr Leben von Geburt an. Ihre Eltern tun alles, um ihrer Tochter trotz dieser Bürde die bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen. Doch Fahrten zur Spezialklinik, Klinikaufenthalte, medizinische Behandlungen und notwendige Therapien bringen die Familie an ihre Grenzen. Unterstützung kann hier ganz konkret helfen.

Hospizstiftung Rems-Murr Auf dem Gelände des ehemaligen Backnanger Krankenhauses ist in den vergangenen Jahren ein besonderer Ort entstanden: das stationäre Hospiz. Ganz neu ist das tageshospizliche Angebot für schwer kranke Kinder und Jugendliche. Es bietet ihnen und ihren Familien Entlastung, Begleitung und einen geschützten Raum zum Atemholen. Noch wird das neue Angebot vorsichtig angenommen, doch die Nachfrage wächst spürbar. Besonders schwierig ist die Situation bei diesem kindertageshospizlichen Angebot, für das es keine Finanzierung durch Kostenträger gibt. Dennoch gibt die Hospizstiftung nicht auf. Mit großem Engagement und Fachpersonal hält sie an dem Angebot fest – vorerst getragen allein von Spenden. In dieser sensiblen Startphase ist jede Unterstützung von unschätzbarem Wert.

Zukunftswerkstatt Rückenwind Mit dem Projekt Sharecare möchte die Backnanger Zukunftswerkstatt Rückenwind mitten in der Stadt einen Ort der Hoffnung schaffen. Hier sollen Familien, die durch Armut, Krankheit, Verlust oder Überforderung belastet sind, schnell und unkompliziert Hilfe finden. Kinder und Eltern erfahren Entlastung, werden gestärkt und erleben Gemeinschaft statt Ausgrenzung. Rund 100 Kinder pro Jahr sollen begleitet werden – mit Beratung, Austauschgruppen und gemeinsamen Freizeitangeboten. Damit Familien spüren: Ihr seid nicht allein. Für Räume, Materialien, Sprachvermittlung und Ausflüge werden jedoch dringend finanzielle Mittel benötigt, damit das Projekt nachhaltig wirken kann.

Pyramidea Das Zentrum der Vielfalt in Murrhardt ist für viele Familien ein sicherer Anker im Alltag. Hier finden Menschen in schwierigen Lebenslagen Orientierung, Unterstützung und menschliche Nähe. Rund 80 Ehrenamtliche – viele mit eigener Fluchtgeschichte – engagieren sich gemeinsam mit Fachkräften für andere. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Begleitung geflüchteter und traumatisierter Frauen und Familien. Doch ein großes Hindernis bleibt die Mobilität: Viele Teilnehmende leben in abgelegenen Orten ohne ausreichende Busverbindungen. Ein gebrauchter Neunsitzer würde es ermöglichen, Kinderangebote, Naturprojekte, Ausflüge und Hausbesuche zuverlässig umzusetzen und Teilhabe möglich zu machen.

Erlacher Höhe In der Backnanger Eichendorffstraße entsteht ein neues Zuhause für Menschen, die im Leben wenig Sicherheit erfahren haben. Die therapeutische Wohngemeinschaft der Erlacher Höhe bietet künftig 30 Bewohnern Halt, Struktur und Gemeinschaft. Viele von ihnen verfügen nur über ein sehr geringes Einkommen. Um sie im Alltag zu entlasten, ist ein gemeinschaftlicher Waschsalon geplant. Moderne Waschmaschinen und Trockner stehen allen zur Verfügung und vermeiden unnötige Kosten. Eine praktische Lösung, die den Menschen Würde, Selbstständigkeit und ein Stück Normalität schenkt.

DRK Backnang Wenn Menschen in Not geraten, ist das Deutsche Rote Kreuz Backnang zur Stelle – bei Sanitätsdiensten, Großveranstaltungen oder Katastropheneinsätzen. Die ehrenamtlichen Helfer übernehmen Verantwortung weit über die Stadt hinaus. Damit sie ihre vielfältigen Aufgaben auch künftig zuverlässig erfüllen können, wird dringend ein multifunktionales Transportfahrzeug benötigt. Es soll nicht nur im Einsatzfall helfen, sondern auch in der Jugendarbeit, bei Ausbildungsfahrten und bei Ausflügen mit Seniorinnen und Senioren. Ein Fahrzeug, das Hilfe mobil macht – für alle Generationen.

Vesperkirche und Demenzprojekte Seit 2007 ist die Vesperkirche der katholischen Gesamtkirchengemeinde Backnang in den Wintermonaten ein Ort der Wärme und Begegnung. Vom 1. November bis 31. März finden hier vor allem Menschen mit wenig Geld ein offenes Herz und eine warme Mahlzeit. Doch dieses wichtige Angebot braucht dringend Unterstützung: Trotz erhöhter Essenspreise zeichnet sich derzeit eine angespannte finanzielle Lage ab.

Einen kleinen Zuschuss möchte die Aktion BKZ-Leser helfen auch den Demenzbotschafterinnen Petra Klinger und Andrea Schad gewähren, die für Demenzkranke im Raum Backnang die Natur erlebbar machen. Des Weiteren gibt es eine kleine Förderung für ein Musikprojekt der Altenheimseelsorge Backnang mit dem Titel „Auf den Flügeln der Musik“, das Pfarrerin Bettina Hoy zusammen mit dem Kammerorchester Arcata Stuttgart umsetzen möchte.

Fördertöpfe Seit jeher werden mehrere Einrichtungen mit speziellen Fördermitteln ausgestattet, um Betroffenen schnell und ohne großen bürokratischen Aufwand helfen zu können. Eingesetzt werden diese Mittel vor allem dann, wenn gesetzliche Unterstützungsangebote nicht greifen. In diesem Jahr stehen dafür insgesamt sieben solcher Hilfsfonds zur Verfügung. Davon profitieren unter anderem die Diakoniestationen in Backnang und Aspach. Deren Mitarbeitende sind besonders nah an den Menschen vor Ort: Sie besuchen Familien zu Hause, kennen ihre Lebenssituationen und wissen, wo konkrete Hilfe dringend benötigt wird. Auch das Kreisjugendamt, das städtische Amt für Familie und Jugend, der Verein Kinder- und Jugendhilfe Backnang, der Kreisdiakonieverband sowie die Stiftung Lebenswert der Erlacher Höhe sind eng mit Menschen in schwierigen Lebenslagen verbunden. Durch ihre tägliche Arbeit stehen sie in direktem Kontakt mit jenen, die Hilfe benötigen, weil ihnen das Leben aktuell wenig Spielraum lässt.

Flüchtlingsinitiativen Mit jeweils 1000 Euro werden die Flüchtlingsinitiativen in Backnang, Auenwald und Weissach im Tal unterstützt. Sie haben aktiv um Unterstützung gebeten. In diesen Gemeinden kümmern sich die örtlichen Initiativen noch verhältnismäßig intensiv um Geflüchtete.