Der Linken-Chef Jan van Aken bringt in der Debatte zur Erbschaftssteuer einen neuen Vorschlag ein. Der hätte gerade in Baden-Württemberg besondere Auswirkungen.
Die Linke will besonders Reiche besonders hoch besteuern.
Von Christian Gottschalk
Mit einer fulminanten Forderung befeuert die Linke die aktuelle Debatte zur Erbschaftssteuer. Wer mehr als eine Milliarde Euro erbt, der soll künftig mit 60 Prozent besteuert werden, sagt der Linken-Parteichef Jan van Aken dieser Zeitung am Vortag des offiziellen Wahlkampfauftaktes der Partei zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg.
„Eine Erbschaftssteuer ist leistungsgerechter, als wenn schon Babys zu Milliardären gemacht werden“, sagt van Aken – und verweist darauf, dass es gerade in Baden-Württemberg einige Menschen gebe, die für solch einen Steuersatz in Frage kommen könnten. Dieter Schwarz (Lidl und Kaufland), Reinhold Würth (Würth-Gruppe) oder Hasso Plattner (SAP) gehörten zu den reichsten Menschen in der Republik. „Wir würden mit einer ordentlichen Abgabe für superreiche Erben endlich eine der Ursachen für den krassen Unterschied zwischen Arm und Reich in unserem Land abschaffen“, so der Vorsitzende der Linken Bundespartei. Dass die SPD das Thema auf die Tagesordnung gebracht habe sei „schön“, reiche aber nicht aus. Man brauche einen „großen Wurf“ und dürfe nicht nur „labern“, so van Aken.
Baden-Württemberg hat viele Milliardäre