Schätzungsweise 255 Eier nimmt inzwischen jeder Deutsche pro Jahr zu sich. Eine enorme Zahl. Kein Wunder, dass sich auch die Wissenschaft damit befasst.
In der Mini-Brüterei eines Geflügelzüchters im sächsischen Pehritzsch sitzen für ein Foto zwei frisch geschlüpfte Hühnerküken in einer Schale von einem Straußenei.
Von KNA/Markus Brauer
Der Bundesverband Ei vermeldet Beunruhigendes. Landwirte rechnen mit einer Eier-Knappheit. Geflügelpest, Importeinbruch und eine steigende Nachfrage sorgen für einen potenziellen Mangel – und das ausgerechnet zum Osterfest.
Ei-Mangel
„Es sind Einschläge, die in einem knappen Markt spürbar sind. Das wird sich an Ostern verschärfen“, warnt der Verbandsvorsitzender Hans-Peter Goldnick. Laut Bundesverband Ei stammen mehr als zwei Drittel der Eier in den Supermärkten von regionalen Höfen.
Der Rest werde aus den Niederlanden geliefert. Die dortigen Landwirte fahren Goldnicks Angaben zufolge die Massenproduktion jedoch zurück, um Umweltauflagen zu erfüllen. Zudem setze auch den niederländischen Betrieben die Geflügelpest zu.
Ei-Definition
Laut enzyklopädischer Definion ist ein Ei die „unbewegliche Geschlechtszelle von Mensch, Tier und Pflanzen“. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden damit meist Vogeleier, insbesondere die Eier von Hühnern bezeichnet.
Ei-Aufbau
Ein durchschnittlich 50 bis 60 Gramm schweres Hühnerei besteht zu 10 Prozent aus der kalkhaltigen Schale. Das Eiweiß macht rund 60 Prozent aus, der Dotter 30 Prozent.
Die kleinsten Eier mit einem Gewicht von 0,25 Gramm legen Kolibris. Das mit mutmaßlich zehn Kilogramm größte bekannte Ei stammt von dem ausgestorbenen Madagaskar-Strauß.
Science-Fiction-Ei
Der Fund eines solchen Eis inspirierte den britischen Science-Fiction-Autor H.G. Wells (1866-1946) zu seiner Kurzgeschichte „Die Aepyornis-Insel“.
Darin verbringt ein Mann, der nach Eiern des ausgestorbenen flugunfähigen Vogels Aepyornis sucht , zwei Jahre allein auf einer kleinen Insel mit einem geschlüpften Aepyornis-Jungvogel.
Ei-Symbolik
Eier gehören zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit und sind ein altes Symbol für Fruchtbarkeit. So war in vielen alten Kulturen die Vorstellung verbreitet, dass die Erde aus einem „Welt-Ei“ schlüpfte.
Im Christentum spielt das Ei zusammen mit dem Hasen als Frühlingsbote zu Ostern eine Rolle. Am Gründonnerstag gelegte und dann zu Ostern geweihte „Antlaß-Eier“ galten früher als Schutz vor Blitz und Krankheit.
Für die frühen Christen war das Ei ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Wie aus etwas Totem ein lebendiges Küken entschlüpfen kann, faszinierte die Menschen. Sie gaben den Toten ein Ei mit ins Grab als Sinnbild des Lebens und der Auferstehung.
Theologen sahen im Ei ein Zeichen für die Auferweckung Christi. Der Kirchenlehrer Ephraim der Syrer (306-373) schreibt: „Gleich einem Ei springt das Grab auf.“
Oologie
In der Wissenschaft gibt es praktisch nichts, was es nicht gibt. Die Oologie, die Vogeleierkunde, ist ein Teilgebiet der Ornithologie – also der Vogelkunde. Im Unterschied zur Embryologie – also dem lebenden Inhalt des Eis – beschäftigt sie sich mit der Außenhülle der Kalkgebilde. Ein weiteres Teilgebiet ist die Nesterkunde (Kaliologie).
Aus deren Beschaffenheit können Forscher beispielsweise Rückschlüsse auf die Entwicklung der Arten oder Umwelteinflüsse ziehen. An mehreren deutschen Museen gibt es Ei-Sammlungen. Die bundesweit größte dieser Art befindet sich im Bonner Museum Koenig. Dort werden rund 60.000 Exemplare aufbewahrt.
Ei des Kolumbus
Das sprichwörtliche Ei des Kolumbus, das die überraschende Lösung einer schwierigen Aufgabe bezeichnet, bezieht sich auf eine Episode aus dem Leben des spanischen Entdeckers.
Angeblich soll Christoph Kolumbus auf einem Gastmahl des Kardinals Pedro Gonzales de Mendoza im Jahr 1493 neunmalklugen Spöttern die Aufgabe gestellt haben, ein Ei aufrecht hinzustellen. Als niemandem das Kunststück gelang, nahm Kolumbus das Ei, drückte die Spitze ein und brachte es so zum Stehen.