Reisehinweise

Ägypten mit Einschränkungen durch Energiekrise

Wegen der akuten Energiekrise durch den Iran-Krieg gelten in Ägypten ab sofort strenge Sparmaßnahmen und deutlich verkürzte Öffnungszeiten.

Ägypten mit Einschränkungen durch Energiekrise

Hurghada am Roten Meer in Ägypten.

Von Michael Maier

Ägypten ist auch im Jahr 2026 trotz aller Widrigkeiten eines der beliebtesten Reiseziele für deutsche Urlauber. Wer jedoch in den kommenden Wochen ans Rote Meer oder an den Nil reist, muss sich auf einige Veränderungen und Probleme im öffentlichen Leben einstellen.

Eine akute Energieknappheit sorgt derzeit für weitreichende Einschränkungen im Land, was natürlich auch Auswirkungen auf den Urlaub haben kann.

Energiekrise in Ägypten

Hintergrund der aktuellen Situation ist der Iran-Krieg, der zu massiven Engpässen bei der Gasversorgung geführt hat. Da Ägypten stark von Erdgas abhängig ist, um seinen Strombedarf zu decken, und die Importkosten dramatisch gestiegen sind, hat die Regierung ein strenges Energiesparpaket geschnürt.

Ab dem 28. März 2026 gelten zunächst für einen Monat folgende Regeln:

Kein Lockdown für Hotelgäste in Ägypten

Trotz dieser drastischen Maßnahmen gibt es für Urlauber eine große Entwarnung: Hotels sind von den Einschränkungen komplett ausgenommen. Wer seinen Urlaub in touristischen Destinationen wie Hurghada oder Sharm El Sheik verbringt, kann aufatmen.

Laut Hoteliers gilt für alle Restaurants und Bars in diesen Gebieten weiterhin der normale Betrieb. Vorzeitige Schließungen sind hier nicht zu erwarten. Auch wichtige Anlaufstellen wie Supermärkte und Apotheken bleiben von den neuen Regelungen unberührt.

Reisenden wird dennoch empfohlen, geplante Ausflüge oder Shopping-Touren außerhalb der Hotelanlagen an die verkürzten Öffnungszeiten anzupassen.

Ägypten-Visum immer teurer

Eine weitere Neuerung betrifft die Einreise: Seit März 2026 kostet das „Visum on arrival“ (das Visum, das Sie direkt am Flughafen kaufen können) 30 US-Dollar statt der bisherigen 25 US-Dollar. Ein kleiner Tipp: Wer sein Visum mindestens sieben Tage vor der Einreise online beantragt, zahlt weiterhin den alten Preis.

Differenzierte Reisehinweise für Ägypten

Neben der Energiekrise bleibt auch die allgemeine Sicherheitslage ein wichtiges Thema für die Reiseplanung. Die gute Nachricht: Die klassischen Touristenzentren am Roten Meer (wie Hurghada und Marsa Alam), am Nil sowie ganz an der Südspitze der Sinai-Halbinsel sind gut geschützt und können ohne Reisewarnung besucht werden (es gilt teilweise aber „erhöhte Vorsicht“).

Insgesamt bewerten Behörden wie das Auswärtige Amt die Lage differenziert: Von Fahrten in abgelegene Wüstenregionen der Sahara, den Norden der Sinai-Halbinsel sowie in die direkten Grenzgebiete zu Israel, Libyen und dem Sudan wird dringend abgeraten.

Kritische Sicherheitslage in Nahost

Zudem kann die aktuell sehr angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten jederzeit zu kurzfristigen Änderungen bei den Sicherheits- und Einreisebestimmungen oder im Flugverkehr führen. Der Iran und die mit ihm verbündete Huthi-Miliz im Jemen haben im Fall einer Eskalation Angriffe auf den Schiffsverkehr an der Meerenge Bab-el-Mandab im Roten Meer angedroht.

Urlaubern wird daher nachdrücklich empfohlen, sich kontinuierlich über die aktuellen Reisehinweise zu informieren, größere Menschenansammlungen zu meiden und Ausflüge außerhalb der gesicherten Hotelanlagen ausschließlich mit lizenzierten, ortskundigen Anbietern zu unternehmen.