Das UN-Palästinenserhilfswerk ist Israel seit Langem ein Dorn im Auge. Nun rissen Einsatzkräfte das Quartier in Ost-Jerusalem ab. Kritik kommt auch von der Entwicklungsministerin.
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat die Zerstörung des Palästinenserhilfswerks UNRWA in Ost-Jerusalem scharf kritisiert.
Von red/KNA
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) hat die Zerstörung des Palästinenserhilfswerks UNRWA in Ost-Jerusalem scharf kritisiert. Die Zerstörung der Zentrale sei eine weitere Eskalation und äußerst besorgniserregend, sagte Alabali Radovan am Dienstag in Berlin. Die israelische Regierung setze damit ihre Bemühungen fort, das Hilfswerk handlungsunfähig zu machen. Dabei sei die Organisation für die Versorgung der palästinensischen Flüchtlinge unverzichtbar - in Gaza wie auch in der gesamten Region.
Israel wirft dem Hilfswerk vor, dass einige der Mitarbeiter an Aktivitäten der Hamas beteiligt gewesen seien. Das israelische Parlament hatte in der Folge per Gesetz ein Arbeitsverbot für UNRWA auf israelischem Staatsgebiet verhängt und israelischen Beamten verboten, mit der Organisation zu kooperieren. Die zuständige Behörde teilte laut Medienberichten zum neuen Einsatz mit, sie habe nun auf Grundlage des Gesetzes den Besitz des rund 4,6 Hektar großen Organisationsgeländes übernommen.
Alabali Radovan betonte, angesichts der weiterhin extrem angespannten Lage seien die Menschen dringend auf UNRWA angewiesen: auf Lebensmittel, sauberes Wasser und medizinische Versorgung. Angriffe auf UNRWA-Infrastruktur müssten sofort aufhören, forderte. Es müsse gewährleistet sein, dass die Organisation ihre lebenswichtige Arbeit ungehindert fortsetzen könne.