Hollywood-Star mit Kultstatus

Alan Rickmans 80. Geburtstag: Rückblick auf seine Karriere

Ob als eiskalter Hans Gruber oder als geheimnisvoller Professor Snape: Alan Rickman prägte das Kino wie nur wenige. Zum 80. Geburtstag des britischen Schauspielers lohnt sich ein Blick zurück auf sein Leben.

Alan Rickmans 80. Geburtstag: Rückblick auf seine Karriere

Alan Rickman 2014 bei einem Filmfestival in London.

Von Katrin Jokic

Alan Rickman war einer dieser Schauspieler, die man nicht erklären musste. Eine Stimme wie dunkler Samt, ein Blick, der ganze Dialoge ersetzen konnte und eine Präsenz, die selbst Nebenrollen größer wirken ließ als manche Hauptfigur.

Am 21. Februar 1946 in London geboren, wurde Rickman zu einem der markantesten britischen Schauspieler seiner Generation. Heute wäre er 80 Jahre alt geworden.

Sein Tod am 14. Januar 2016 – nur wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag – hinterließ eine Lücke, die bis heute spürbar ist. Nicht nur, weil er unvergessliche Filmfiguren erschaffen hat, sondern weil er selten in Klischees stecken blieb: Rickman war Bösewicht, Liebender, Mentor, Ironiker – und immer unverwechselbar.

Ein Talent zwischen Kunst und Bühne

Alan Sidney Patrick Rickman wuchs im Londoner Stadtteil Hammersmith auf. Er war das zweite von vier Kindern. Als er acht Jahre alt war, starb sein Vater an Lungenkrebs. Ein Einschnitt, der seine Kindheit prägte. Seine Mutter zog die Familie allein groß.

Zunächst deutete nichts darauf hin, dass Rickman einmal zum Weltstar werden würde. Er interessierte sich für Kunst, Kalligrafie und Malerei, bekam ein Stipendium für die Privatschule Latymer Upper und studierte später Grafikdesign am Chelsea College of Art and Design. Gemeinsam mit Freunden gründete er sogar eine eigene Designfirma in Soho.

Doch Rickman spürte früh, dass ihn die Bühne mehr reizte als Werbegrafik und Layout. Mit 26 Jahren erhielt er ein Stipendium für die Royal Academy of Dramatic Art (RADA), eine der renommiertesten Schauspielschulen Großbritanniens. Dort gewann er mehrere Auszeichnungen und legte den Grundstein für eine Karriere, die vor allem im Theater begann.

Der Durchbruch: Spätstarter mit Weltkarriere

Rickman war kein Schauspieler, der mit Anfang 20 durch Hollywood geschleust wurde. Er arbeitete lange im Theater, spielte Shakespeare, Tschechow, trat beim Edinburgh Festival auf und wurde Teil der Royal Shakespeare Company.

Seinen großen Durchbruch hatte er erst mit über 40 Jahren.

1987 spielte Rickman am Broadway in „Gefährliche Liebschaften“ den Vicomte de Valmont. Die Rolle brachte ihm eine Tony-Award-Nominierung ein und machte Hollywood auf ihn aufmerksam. Kurz darauf erhielt er das Angebot, in einem Actionfilm mitzuspielen, der Filmgeschichte schreiben sollte.

Hans Gruber in „Stirb langsam“: Der Bösewicht als Kunstform

1988 spielte Alan Rickman in „Stirb langsam“ den Terroristen Hans Gruber – elegant, intelligent, kalt, aber mit einem fast spielerischen Humor. Es war einer der seltenen Fälle, in denen ein Bösewicht den Film fast stiehlt.

Rickman machte aus Gruber keine Karikatur, sondern eine Figur mit Stil. Viele Fans und Kritiker zählen ihn bis heute zu den besten Film-Schurken aller Zeiten.

Zwischen Romantik und schwarzem Humor

In den 90er Jahren zeigte Rickman, dass er weit mehr konnte als düstere Antagonisten. Er spielte in Literaturverfilmungen, Dramen und romantischen Stoffen, oft mit einer Mischung aus Melancholie und feiner Ironie.

Ein Beispiel dafür ist „Sinn und Sinnlichkeit“ (1995), in dem er als Colonel Brandon eine ruhige, verletzliche Figur verkörperte – weit entfernt vom eiskalten Hans Gruber.

Gleichzeitig blieb Rickman in Rollen erfolgreich, die mit Übertreibung spielten. In „Robin Hood – König der Diebe“ (1991) war er als Sheriff von Nottingham eine Mischung aus Theaterbösewicht, Machtmensch und Comedyfigur – eine Performance, die ihm 1992 den BAFTA Award einbrachte und längst

Der Professor, den man nie vergisst: Severus Snape

Seine wohl bekannteste Rolle übernahm Rickman ab 2001: Severus Snape in der Harry-Potter-Filmreihe.

Snape war eine der komplexesten Figuren der gesamten Geschichte – und Rickman spielte ihn genau so: nicht als reinen Bösewicht, sondern als Mann voller Bitterkeit, Stolz, Verletzungen und Geheimnisse. Besonders bemerkenswert ist, dass Rickman früh Details über Snapes Hintergrund von J.K. Rowling erfuhr, lange bevor das Publikum die Wahrheit kannte. Dieses Wissen prägte sein Spiel – subtil, kontrolliert und emotional, ohne je sentimental zu werden.

Für viele Fans ist Rickmans Snape bis heute die definitive Verkörperung der Figur.

Ein Schauspieler als Mentor und Theaterregisseur

Neben Film und Bühne arbeitete Rickman auch als Regisseur. 2005 inszenierte er am Royal Court Theatre das Stück „My Name Is Rachel Corrie“ und wurde dafür als bester Regisseur ausgezeichnet.

Auch als Lehrer war er bekannt: Rickman gab sein Wissen an jüngere Generationen weiter und galt als wichtiger Mentor. Schauspieler wie Daniel Radcliffe beschrieben ihn als Ratgeber und Paul Giamatti sagte einmal sinngemäß, Rickman sei „schuld daran“, dass er selbst erfolgreich geworden sei.

Rickman war nicht nur Star, sondern auch jemand, der andere groß machte.

Privatleben: Treue und Zurückhaltung

Rickman hielt sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Seit 1965 war er mit der Politikerin und Universitätsdozentin Rima Horton zusammen. Nach 47 Jahren Beziehung heirateten beide 2012.

Er starb am 14. Januar 2016 in London an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Beliebteste und beste Filme von Alan Rickman

Alan Rickman hatte ein besonderes Talent: Er konnte selbst aus wenigen Szenen einen bleibenden Eindruck machen. Seine Filmografie ist groß – doch einige Rollen ragen besonders heraus.

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Warum Alan Rickman bis heute unersetzlich bleibt

Alan Rickman war kein Schauspieler für schnelle Effekte. Er spielte langsam, kontrolliert, präzise.

Heute, an seinem 80. Geburtstag, bleibt vor allem eines: Dankbarkeit für ein Werk, das über Jahrzehnte hinweg Millionen begeistert hat. Und das zeigt, dass echte Größe nicht laut sein muss.

Alan Rickman war nie der typische Star. Er war ein Künstler, der unvergessliche Figuren hinterlassen hat.