Kurioser Vorfall in Karlsruhe

Ameisen legen Ampel mehrfach lahm – und sorgen für Unfälle

Ameisen legen in Karlsruhe eine Ampel lahm und verursachen so mutmaßlich zwei Unfälle. Die Stadt hat reagiert.

Ameisen legen Ampel mehrfach lahm – und sorgen für  Unfälle

In Karlsruhe funktionierten in diesem Monat an vier Tagen eine Ampel nicht richtig. Schuld waren Ameisen (Symbolbild).

Von Michael Bosch

Invasive Ameisen können im Alltag für Unwägbarkeiten sorgen – oder wie jetzt in Karlsruhe sogar Leib und Leben in Gefahr bringen. Am bekannten Adenauerring haben die Krabbeltiere mehrfach eine Ampel lahmgelegt und so mutmaßlich mehrere Unfälle provoziert.

Wie die Stadt Karlsruhe auf Nachfrage bestätigt, fiel die Anlage an insgesamt vier Tagen aus. Zuerst war das Anfang des Monats am 4. und 5. April der Fall, dann leuchtete die Ampel am 12. und 13. April erneut nicht so wie sie sollte. „Es wurde festgestellt, dass ein Ameisenbefall des Steuergeräts für die Defekte ursächlich ist“, so ein Sprecher der Stadt.

Bei zwei Unfällen funktionierte die Ampel nicht

Mindestens in zwei Fällen sorgten die Ameisen offenbar für Unfälle. Am Mittwochabend kollidierten auf der Kreuzung ein Toyota und ein Renault, der in der Folge auf einen Ampelmast krachte. Der Toyota blieb auf einer Verkehrsinsel liegen, die Fahrerin erlitt leichte Verletzungen. Der Schaden an den Autos beläuft sich auf rund 75.000 Euro. „Zum Unfallzeitpunkt war die Ampelanlage an der Kreuzung zur Willy-Brandt-Allee wohl außer Betrieb, weshalb die Verkehrsführung durch Verkehrszeichen geregelt war“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Die Polizei bestätigte auf Nachfrage zudem, dass ein Unfall am Ostersonntag ebenfalls im Zusammenhang mit der defekten Signalanlage steht. An dem Abend waren ein Renault Kangoo und ein Ford Fiesta zusammengeprallt, die fünf Insassen im Renault, der auf die Seite kippte, wurden leicht verletzt. Offenbar ignorierten in beiden Fällen die Unfallverursacher die Schilder, die statt der Ampel galten. Darauf weißt auch die Pressestelle der Stadt hin. „Ursächlich für die Unfälle ist eigentlich nicht der Ausfall der Lichtsignalanlage, sondern vielmehr eine nicht angepasste Fahrweise mit Missachtung der Beschilderung von mindestens einem der Unfallbeteiligten“, heißt es.

Die Stadt hat dennoch reagiert, die mit der Wartung der Ampelanlage beauftrage Firma und das Tiefbauamt hätten „Maßnahmen ergriffen, um die Wahrscheinlichkeit von weiteren Ausfällen zu reduzieren“, heißt es. Die Ampel sei so gesichert worden, dass Ameisen künftig möglichst nicht mehr in das Steuergerät eindringen. „Sobald das Steuergerät gereinigt und bestmöglich abgedichtet ist, ist davon auszugehen, dass die Anlage stabil in Betrieb bleiben wird, wie dies bis zum 4. April der Fall war“, teilt die Stadt mit. Ausfälle könne man allerdings, „wie bei allen anderen technischen Einrichtungen auch“, nicht komplett ausschließen.

Ob es sich bei den Ameisen in Karlsruhe um eine invasive Art handelt, ist bislang nicht bekannt. In der Stuttgarter Wilhelma und im angrenzenden Rosensteinpark war vor Kurzem eine invasive Art entdeckt worden, die asiatischen Nadelameise. In Tübingen, in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) und im Kreis Esslingen gab es in jüngerer Vergangenheit teils größere, teils kleinere Probleme mit der invasiven Art Tapinoma magnum.