Babymilch

Aptamil-Rückruf – China-Produkt soll schuld sein

Lebensmittelskandal bei Säuglingsnahrung: Danone ruft Aptamil-Milchpulver zurück. Zuvor hatten bereits Nestlé und andere gewarnt.

Aptamil-Rückruf – China-Produkt soll schuld sein

Vorsicht, kontaminierte Babymilch von Danone und Nestlé!

Von mic/red

Der Nahrungsmittelriese Danone hat in Deutschland einen sofortigen Rückruf für mehrere Produkte seiner Aptamil-Babynahrung eingeleitet. Im Raum steht eine mögliche Kontamination mit Cereulid – einem bakteriellen Giftstoff, der besonders für Säuglinge gefährlich werden kann.

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Laut einem Schreiben des Konzerns an den Großhändler Alliance Healthcare, auf das sich die Nachrichtenagentur Reuters beruft, fordert Danone Deutschland die Firma dazu auf, bestimmte Chargen der Säuglingsnahrung umgehend zurückzurufen. Betroffen sind Produkte, die zwischen Mai und August 2025 hergestellt wurden.

Aptamil-Rückruf – betroffene Produkte

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Rückrufaktion bestätigt.

Der Rückruf steht im Zusammenhang mit einem größeren Lebensmittelskandal. Seit Anfang 2026 mussten bereits mehrere Hersteller wie Nestlé und Lactalis aufgrund möglicher Verunreinigungen mit Cereulid Säuglingsnahrung in rund 60 Ländern zurückrufen.

Babymilch-Rückruf weitet sich aus

Mehrere Hersteller sind aktuell von Problement mit kontaminierter Säuglingsnahrung betroffen, unter anderem:

Giftiges Cereulid in Babymilch

Das Toxin Cereulid kann laut Bundesinstitut für Risikobewertung „Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, in seltenen Fällen auch schwere lebensbedrohliche Vergiftungen.“ Die Symptome treten typischerweise innerhalb von 30 Minuten bis 6 Stunden nach dem Verzehr auf und klingen normalerweise innerhalb von 24 Stunden ab.

In seltenen Fällen können hohe Cereulid-Konzentrationen jedoch zu Organschäden führen. In der Vergangenheit wurden sogar einzelne tödlich verlaufende Erkrankungen dokumentiert.

Kontaminiertes ARA-Öl aus China

Die Verunreinigung führt offenbar auf einen einzelnen chinesischen Zulieferer zurück, der ARA-Öl (Arachidonsäure) liefert – eine wichtige Omega-6-Fettsäure für Säuglingsnahrung. Laut Foodwatch gibt es weltweit nur sehr wenige Lieferanten für diese in Europa streng regulierte Substanz.

Babymilch-Skandal unter den Tisch gekehrt?

Unterdessen haben acht Familien gemeinsam mit der Organisation Foodwatch in Frankreich eine Klage im Zusammenhang mit verunreinigter Babymilch eingereicht. Sie werfen den betroffenen Unternehmen und Behörden vor, zu spät reagiert zu haben. Nach Recherchen von Foodwatch habe insbesondere Nestlé „schon Wochen zuvor von der Gefahr“ gewusst. In Deutschland und Österreich habe es nur einen „stillen Rückruf“ gegeben, ohne offizielle Warnung.

Eltern, die die genannten Produkte gekauft haben, sollten diese vorsorglich nicht mehr verwenden und sich an den Danone-Kundenservice wenden.