Bei Frauen sind die Wechseljahre eine Zeit starker hormoneller Veränderung. Auch bei Männern ändern sich die Hormonspiegel im Laufe der Lebenszeit. Doch ist das vergleichbar?
Erektionsprobleme können – neben Müdigkeit oder Libidoverlust – ein Hinweis auf einen Testosteron-Mangel sein.
Von Markus Brauer/dpa
Bei Moderatorin Heidi Klum hat sich wie bei vielen Frauen mit den Wechseljahren das Kälteempfinden verändert. „Auf einmal war mir immer heiß“, sagte die 52-Jährige der Illustrierten „Bunte“. „Gefühlt war ich vorher immer eine Frostbeule.“ Wenn sie jetzt Menschen in Pullovern und Jacken sehe, denke sie: „Ich würde mich jetzt zu Tode schwitzen, wenn ich das jetzt anziehen müsste. Da wird mir allein vom Hingucken noch heißer.“ Auch ihre Nachtruhe habe gelitten. „Früher habe ich fest geschlafen. Jetzt bin ich andauernd wach“, berichtete Klum.
Wechseljahre auch bei Männern?
Die (Peri-) Menopause ist eine prägende Zeit - für das deutsche Ex-Model genauso wie für viele Frauen. Der Östrogenspiegel sinkt, es kommt zu Symptomen wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen. Gibt es solche Wechseljahre auch bei Männern?
„Ein ganz klares Nein“, sagt Jann-Frederik Cremers von der Klinik für Andrologie am Universitätsklinikum Münster. Aber: „Im Laufe des Lebens fallen die Testosteronwerte beim gesunden Mann innerhalb des Normbereichs langsam ab.“ Das sei normal.
Anzeichen für einen Testosteron-Mangel
Diese Hormonveränderung sei ein langsamer Prozess. Er führt bei gesunden Männern in der Regel nicht zu einem Testosteron-Mangel. Unter bestimmten Umständen kann es allerdings doch dazu kommen.
Ihn erkennt man an:
Diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben. Begünstigt wird die Hormonumstellung durch Übergewicht (vor allem am Bauch), wenig Bewegung und Stress. Zum Vorbeugen hilft vor allem ein gesunder Lebensstil: eine ausgewogene Ernährung, Sport und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen.
Wann Mann zum Arzt gehen sollte
Falls solche Symptome auftreten, empfiehlt Cremers einen Besuch bei der Hausärztin oder beim Urologen. „Erstmal sollte man untersuchen, ob das tatsächlich ein Testosteron-Mangel ist.“
Dafür misst man den Testosteron-Spiegel über einen Bluttest, am besten zweimal morgens. Von frei erhältlichen Selbsttests rät Cremers ab, die seien nicht ausreichend zuverlässig.
Bestätigt sich ein Mangel, könne eine Therapie starten. Gibt es organische Ursachen, gibt man Testosteron zu. Ansonsten spricht Cremers von Maßnahmen wie sportlicher Aktivierung und einer Regulierung des Stoffwechsels.