Kone übernimmt den Aufzughersteller TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro. Das fusionierte Unternehmen wäre ein Branchenriese, benötigt aber noch die Zustimmung der Kartellbehörden.
Der Aufzughersteller Kone aus Finnland übernimmt den deutschen Konkurrenten TK Elevator (Archivfoto).
Von red/AFP
Der Aufzughersteller Kone aus Finnland übernimmt den deutschen Konkurrenten TK Elevator und zahlt dafür 29,4 Milliarden Euro. Entstehen solle eines der weltweit führenden Aufzugs- und Fahrtreppenunternehmen, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Das fusionierte Unternehmen hätte mehr als 100.000 Beschäftigte in mehr als 100 Ländern und einen jährlichen Umsatz von 20,5 Milliarden Euro. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.
Finnische Medien berichteten, es wäre die größte Unternehmensübernahme in der Geschichte des Landes. Das Konsortium, dem TKE gehört, soll nach Unternehmensangaben fünf Milliarden Euro in bar sowie 270 Millionen Aktien am neuen Unternehmen bekommen, die mit 15,2 Milliarden Euro bewertet werden. Damit werde das TKE-Konsortium einen Anteil von knapp 34 Prozent am neuen Unternehmen halten. Zudem übernimmt Kone laut Medienbericht Schulden von TKE.
TKE begründete die Übernahme mit dem strukturellen Wandel
Kone und TKE erklärten, sie rechneten mit Einsparungen in Höhe von 700 Millionen Euro. Sitz des künftigen Unternehmens soll Finnland sein, führen soll es Kone-Chef Philippe Delorme.
Die Finanzinvestoren Advent und Cinven hatten TKE im Jahr 2020 von Thyssenkrupp gekauft. Sie zahlten damals 17,2 Milliarden Euro. Thyssenkrupp hält aber indirekt noch gut 16 Prozent an TKE.
TKE begründete die Übernahme durch Kone am Mittwoch mit dem strukturellen Wandel in der globalen Aufzugs- und Fahrtreppenbranche: Urbanisierung, Investitionszyklen im Infrastrukturbereich, ein wachsender Trend hin zu intelligenten Gebäudesystemen sowie alternde Bevölkerungen und eine in die Jahre gekommene Basis installierter Aufzüge und Fahrtreppen in Kombination führten zu starker Nachfrage. Gebäude würden immer vernetzter und komplexer. "Das erfordert verlässliche, intelligente Mobilitätslösungen."