Sieben Monate nach der Schließung der Notfallpraxis in Backnang ist der Ärger im Rathaus noch spürbar. Oberbürgermeister Maximilian Friedrich sprach im Gemeinderat von einem „medizinischen Rückschritt“, empfahl aber dennoch, die Klage gegen die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg zurückzunehmen. Die Erfolgsaussichten seien minimal. Das Gremium folgte dieser Einschätzung einstimmig. Hintergrund ist auch eine Entscheidung des Sozialgerichts Stuttgart, das einen Eilantrag gegen die Schließung mehrerer Notfallpraxen abgelehnt hatte. Viele Kommunen haben ihre Klagen inzwischen zurückgezogen.
Abgehakt ist das Thema für die Kommunalpolitik damit aber nicht. Denn die hausärztliche Versorgung im Raum Backnang verschlechtert sich weiter: Über 20 Sitze sind unbesetzt, der Versorgungsgrad liegt deutlich unter dem benachbarter Regionen. Die KVBW verweist auf Förderprogramme, warnt aber vor überzogenen Erwartungen. Auch bei Fachärzten zeigen sich strukturelle Probleme, obwohl die Quoten hier höher sind.
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