Dieses undatierte im Jahr 2019 aufgenommene Foto, das vom Forschungsinstitut für Pestbekämpfung in Irkutsk für Sibirien und den Fernen Osten via AP veröffentlicht wurde, zeigt Mitarbeiter des Instituts in einem Labor.
Von dpa
Nach dem Tod einer Wissenschaftlerin an einem Pest-Forschungszentrum in Sibirien haben die russischen Behörden die Reihenuntersuchungen möglicher Kontaktpersonen fast abgeschlossen. 90 Prozent der Personen unter Beobachtung seien untersucht worden, teilte die für Seuchenbekämpfung zuständige Behörde Rospotrebnadsor mit.
Es seien keine Gesundheitsbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten festgestellt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass aus der Mitteilung. „Die Ergebnisse von fast 5.000 Labortests haben keinerlei gefährliche pathogene (krankheitserregende) Mikroorganismen gezeigt“, hieß es.
Nicht gesagt wurde, wie viele mögliche Kontaktpersonen der gestorbenen Wissenschaftlerin untersucht wurden. In Presseberichten waren Zahlen bis zu 200 Personen genannt worden.
Behörde bleibt dabei: Es gab keinen Laborunfall
Die Behörde bekräftigte ihre Stellungnahme vom Sonntag, der zufolge es keinen Laborunfall in dem Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten in Irkutsk gab. Es gebe kein Seuchenrisiko für die Region etwa 4.200 Kilometer östlich von Moskau, wurde auch betont. Russland habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) regelkonform über den Vorfall informiert, teilte Rospotrebnadsor mit.
Die 28-jährige Frau war am vergangenen Freitag gestorben. Als offizielle Todesursache gilt eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft. Genauere Angaben haben die Behörden bislang nicht gemacht. Die Frau sei aber nicht mit den Pesterregern infiziert gewesen, mit denen sie beruflich zu tun hatte, hieß es.
Kreml nennt Medienberichte falsch
Der undurchsichtige Fall einer möglichen Infektion mit der Lungenpest ruft aber Besorgnis im Ausland hervor. Die USA und die WHO dringen auf weitere Informationen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau unterdessen, man solle sich an die offiziellen Informationen von Rospotrebnadsor halten. Die meisten Informationen zu Irkutsk in Medien seien falsch.