Die Europäer müssen sich mit Freundlichkeit und Härte gegen die Politik des US-Präsidenten stemmen, kommentiert Tobias Peter.
US-Präsident Donald Trump teilt gegen die Nato aus.
Von Tobias Peter
Müssen die Europäer einfach nur auf Gavin Newsom, den demokratischen Gouverneur von Kalifornien, hören? Auf den Mann, der die europäischen Staats- und Regierungschefs mit Blick auf ihren Umgang mit US-Präsident Donald Trump verspottet hat mit den Worten: „Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker“? Müssen die Europäer nur aufstehen und Rückgrat zeigen?
Furchtbarer Egomane Donald Trump
So leicht ist es leider nicht. Die Sicherheit der EU-Staaten hängt erheblich von den USA ab – die Art, wie Trump nun über die Nato spricht, ist besorgniserregend. Der Auftritt des US-Präsidenten beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist ein weiterer von unzähligen Belegen dafür, was für ein furchtbarer Egomane Trump ist. Dennoch bleibt die bittere Realität: Europa kann Jahrzehnte, in denen es viel zu wenig ins Militär investiert und noch weniger strategisch gedacht hat, nicht innerhalb weniger Monate nachholen.
Es mag erbärmlich aussehen, aber es ist rational, wenn Regierungschefs versuchen, Trump auch mit Hilfe von unverdienter Freundlichkeit auf einen halbwegs erträglichen Kurs zu bringen. Es ist okay, ihm notfalls auch Honig ums Maul zu schmieren – wenn es mit der unmissverständlichen Botschaft verbunden ist, dass er sich Grönland nicht widerrechtlich aneignen soll. Freundliches Zureden, klare Worte und vor allem gemeinsames europäisches Handeln: Alles drei muss versucht werden.