Outdoorspezialist Bergfreunde aus Kirchentellinsfurt bei Tübingen wächst stärker als die Branche. Welche Rolle Spitzenkletterer Alexander Megos spielt.
Kletterausrüstung zählt auch zum Sortiment des Online-Fachhändlers Bergfreunde.
Von Imelda Flaig
Egal ob ambitionierte Kletterer, Expeditionsbergsteiger oder sport- und naturbegeisterte Großstädter – der Outdoorspezialist Bergfreunde aus Kirchentellinsfurt bei Tübingen profitiert vor allem von treuen Kunden und wächst deutlich stärker als die Branche.
Wie das Unternehmen mitteilte, entfallen in Deutschland mittlerweile rund zwei Drittel der Umsätze auf Wiederkäufer- und käuferinnen. Der Fokus liege künftig auch auf dem langfristigen Markenaufbau. Um die Marke Bergfreunde stärker sichtbar zu machen und die Verbindung zur Bergsport-Community weiter zu vertiefen, kooperiert Bergfreunde auch mit Spitzenkletterer Alexander Megos. Er gilt als einer der besten Felskletterer der Welt.
Bergfreunde-Umsatz steigt um 16 Prozent
Für 2026 gibt sich der Outdoorspezialist, der in diesem Jahr 20-Jahr-Jubiläum feiert, „vorsichtig optimistisch“. Das Marktumfeld bleibe herausfordernd, teilte die Bergfreunde GmbH mit. Das Unternehmen, dessen Anfänge auf das Jahr 2006, zwei Gründer, einen Hund und die Leidenschaft zum Klettern zurückgehen, ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und gehört seit 2023 zum französischen Decathlon-Konzern.
Im Geschäftsjahr 2025 hat der Online-Fachhändler für Bergsport-, Kletter- und Outdoorausrüstung den Umsatz um 16 Prozent auf 362 Millionen Euro gesteigert. Damit liege man deutlich über dem erwarteten Branchenwachstum im Outdoor- und Sportsegment, das für 2025 von einem Wachstum im einstelligen Bereich ausgeht, teilte der Online-Fachhändler mit.
Vor allem im vierten Quartal gingen viele Bestellungen ein. „Ein Wachstum in dieser Größenordnung ist in der aktuellen Marktlage alles andere als selbstverständlich“, sagte Matthias Gebhard, Co-Chef der Bergfreunde, mit Blick auf anspruchsvolle Nachfrageprognosen, teils schwer vorhersehbare Wetterbedingungen und das verhaltene Konsumklima. Das habe hohe Anforderungen an Planung und Steuerung gestellt. Die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg, die eine präzise Steuerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht habe, sei wesentlicher Treiber des Wachstums gewesen. „Gerade in volatilen Phasen zeigt sich, wie wichtig robuste Prozesse und schnelle Entscheidungen sind“, sagte Co-Chef Ronny Höhn.
40.000 Artikel und über 700 Marken
Das Sortiment umfasst rund 40.000 Artikel von über 700 Marken. Am Stammsitz Kirchentellinsfurt und am Logistikstandort Ergenzingen bei Tübingen hat Bergfreunde rund 700 Beschäftigte.
Für künftiges Wachstum sollen vor allem Investitionen in den Logistikstandort fließen, unter anderem in neue Roboter und Verpackungsmaschinen, um bei steigender Nachfrage Effizienz und Lieferqualität auf hohem Niveau zu halten.