Vorsicht, öffentliche Toilette!

Bestsellerautor warnt vor „hygienischem Super-GAU“

Wer unterwegs fremde Toiletten nutzt, ekelt sich oft vor der Klobrille. Doch die sei gar nicht das große Problem, sagt Bestseller-Autor Peter Wohlleben. Etwas anderes ist viel schlimmer.

Bestsellerautor warnt vor „hygienischem Super-GAU“

Innenansicht einer öffentlichen Toilettenanlage mit Waschbecken, Urinalen und einzelnen WC-Kabinen. Der Raum ist funktional gestaltet mit Fliesenwänden, Trennwänden und standardisierten Sanitäranlagen. Mulmig ist es einem trotzdem, wenn man an einem solchen Ort muss.

Von Markus Brauer/KNA

Stilles Örtchen, Lokus, Pott: Für Toiletten finden sich in der deutschen Sprache zahlreiche Begriffe und Synonyme. Das eigene „Water closet“ – kurz WC – ist für die meisten Menschen in Deutschland selbstverständlich. Und auch im öffentlichen Leben gibt es sie natürlich, wenn auch wenig beliebt. Doch wer muss, kommt an öffentlichen WCs nicht vorbei. Allem Ekel zum Trotz.

Orte olfaktorischer Zumutung

Ein besonders schlechten Ruf an diesen Orten olfaktorischer Zumutung haben Klobrillen. Sie sind trocken und kühl, Bakterien mögen es aber feucht und warm und brauchen außerdem immer was zu essen. Viel lieber vermehren sie sich deswegen etwa an den Türgriffen, die man mit ungewaschenen Händen anfasst.

Auch die praktischen Händetrockner sind wahre Bakterien- und Virenschleudern. Studien haben herausgefunden, dass die warme Luft von Trocknern jede Menge Keime herumwirbelt, die dann auf den Händen landen. Nach anderen Untersuchungen wiederum ist es egal, ob man Heißluft, Stoff- oder Papiertücher benutzt.

Funn-Facts rund ums Klo

„Die meisten Leute spülen falsch auf der Toilette“

Bestseller-Autor Peter Wohlleben (62) hat nun vor falschen Hygieneregeln auf der Toilette gewarnt. „Es fängt schon damit an, dass die meisten Leute auf der Toilette falsch spülen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Denn die beim Toilettengang entstehenden Aerosole seien gefährlich: „Beim Abspülen steigen Luftbläschen auf. In diesen Aerosolen bleiben Bakterien bis zu sechs Stunden aktiv.“

Für sein neues, populärwissenschaftliches Buch „Bakterien – die heimlichen Helden“ hat Wohlleben die aktuelle Studienlage zu Mikroorganismen zusammengefasst.

Klobrillen sauberer als gedacht

Wer mittags eine öffentliche Toilette betrete, atme „alles ein, was seit dem frühen Morgen in die Luft gestiegen ist“, erklärt der Schriftsteller. Die bakterielle Gefahr durch Klobrillen werde dagegen überschätzt. Auf den Hanteln und Griffen im Fitnesscenter sei die Belastung 400 Mal höher.

Als entscheidende Schutzmaßnahme empfiehlt Wohlleben das Schließen des Klodeckels vor dem Spülgang. „Das reduziert die Belastung um das 14-Fache.“ Die Ausstattung öffentlicher Sanitäranlagen sieht er in diesem Zusammenhang kritisch. „Warum haben Toiletten auf Autobahnraststätten gar keine Deckel? Das ist der hygienische Super-GAU.“