Der Bitcoin-Kurs ist in den letzten Tagen stark gefallen und liegt zum Samstag aktuell bei 77.000 US-Dollar. Damit hat der Leitcoin innerhalb weniger Tage 13 Prozent seines Wertes eingebüßt. Was steckt hinter dem erneuten Einbruch?
Der Bitcoin-Kurs ist in wenigen Tagen um 13 Prozent gefallen und liegt aktuell bei 77.000 US-Dollar. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kurs belasten und wie es weitergehen könnte.
Von Matthias Kemter
Der Bitcoin befindet sich auch am Wochenende weiter im Abwärtstrend und hat wichtige Unterstützungsmarken durchbrochen. Nachdem die Kryptowährung unter die psychologisch wichtige Marke von 80.000 US-Dollar gefallen ist, verstärkte sich der Verkaufsdruck weiter. Die Gründe liegen in einer Abwärtsspirale.
Abverkäufe & Stop-Loss-Wellen
Ein zentraler Grund für den Kursrückgang sind die insgesamt hohen Liquidierungen am Markt. Allein aus Bitcoin-ETFs wurden in den letzten Tagen Vermögenswerte in Milliardenhöhe abgezogen. Zudem spielt bei volatilen Kursen wie denen von Kryptowährungen auch die Stop-Loss-Mechanik eine große Rolle. Bei starken Kursstürzen unter wichtige Marken lösen am Markt in der Regel auch vermehrt automatisierte Verkäufe, sogenannte Stop-Losses, aus. Was Verluste begrenzen soll, verstärkt in der Masse die Abwärtsbewegungen. Vor allem bei Kryptowährungen ist das ein bekannter Ablauf. Auf Social-Media gibt es auch Stimmen, die vor die von koordinierten Verkäufen sprechen, was aktuell allerdings spekulativ ist.
Shutdown & starker Dollar
Der Kurseinbruch ereignete sich zudem zum Zeitpunkt, als die US-Regierung in einen teilweisen Shutdown eingetreten ist, da die Finanzierung zahlreicher Regierungsgeschäfte ausgelaufen ist. Erst ab Montag soll ein Kompromiss gelten, der einen längeren Shutdown abwenden soll. Zudem profitieren Kryptowährungen in der Regel auch von einem schwachen US-Dollar, da diese oft als kurzfristige Absicherung genutzt werden. Steigt der Dollar, wie es aktuell durch Donald Trumps Nominierung von Kevin Warsh als Fed-Chef-Nachfolger von Jerome Powell der Fall ist, drückt das die Kryptokurse.
Politische Unsicherheiten & Gewinnmitnahmen
Die Nominierung von Kevin Warsh, der für einen starken Dollar steht, hat sich in den vergangenen Tagen bereits auf den Goldpreis ausgewirkt und für Gewinnmitnahmen gesorgt. Fast 15 Prozent verlor Gold an Wert, was zeigt, wie spekulativ mittlerweile auch der Edelmetall-Markt ist. Kryptowährungen stehen als Möglichkeit zur Absicherung bei solchen Marktturbulenzen allerdings in der Schwebe und das vor allem, wenn die klassischen sicheren Häfen wie Gold und Silber selbst turbulent sind. Ein Kurssturz im Goldmarkt korreliert bisher oft mit Kursrückgängen großer Kryptowährungen wie Bitcoin. Gleichzeitig nehmen auch geopolitische Spannungen im Nahen Osten zu. Während die USA seit Tagen Kriegsschiffe an der Küste der Straße von Hormus zusammen ziehen, versetzt Teheran seine Streitkräfte bereits in Kampfbereitschaft. Als wenn Nahostkonflikt und Teil-Shutdown nicht schon genug Nachrichten für ein Wochenende sind, muss nun auch die erste US-Bank des Jahres schließen. Die Metropolitan Capital Bank & Trust in Chicago wird von den Aufsichtsbehörden aufgrund von Kapitalschwäche und Sicherheitsproblemen geschlossen.
Fazit:
Zahlreiche Ereignisse sorgen am Wochenende für Turbulenzen an den Märkten. Fällt der Bitcoin dabei einmal unter psychologisch wichtige Marken wie die 80.000 US-Dollar-Marke, verstärken sich in der Regel die Abverkäufe durch Liquidierungsmechaniken. Zudem überschlagen sich zum Wochenende auch die Nachrichten, was sich auf viele Bereiche der Märkte auswirkt.