Auch zum Donnerstag bleibt der Bitcoin weiterhin unter der 70.000-Dollar-Marke. Hat der Leitcoin nun seinen Boden erreicht? Was den Kurs belastet und warum die Prognosen gespalten sind.
Der Bitcoin hartnäckig unter der 70.000-Dollar-Marke. Was den Kurs belastet.
Von Matthias Kemter
Nach einem kurzen Aufschwung am vergangenen Wochenende, bei dem sich der Kurs vom tiefen Fall auf 60.000 US-Dollar wieder erholt zu haben schien, setzt mittlerweile Ernüchterung am Markt ein. Seit Dienstag bleibt der Kurs hartnäckig unter der 70.000er-Marke und scheint bei etwa 67.000 USD seinen neuen Boden gefunden zu haben.
US-Regierung distanziert sich von Kryptowährungen
Hauptgrund, warum der jüngste Aufwärtsimpuls verpuffte, dürften die jüngsten Aussagen im von US-Finanzminister Scott Bessent sein. Dieser stellte in einer Anhörung vor dem US-Kongress klar, dass die US-Regierung keine Maßnahmen ergreifen wird, um Bitcoin zu stabilisieren. Auch wenn man bereits vor dem Krypto-Crash davon ausgehen konnte, dass etablierte Kryptowährungen unreguliert bleiben, drückte die Klarstellung den Kurs zeitnah. Gesprochen wird hier auch vom "Trump-Paradoxon", denn anfangs setzte der US-Präsident mit gewohnt unkonkreten Aussagen positive Signale für eine staatlich finanzierte "nationale Kryptoreserve". Ein Trugschluss, der in den letzten Monaten immer klarer wurde.
Fear and Gread - Angst bleibt dominant
Ein weiterer Faktor für den Kursrückgang ist die anhaltende Unsicherheit unter Anlegern. Der Crypto Fear and Greed Index, der die Marktstimmung misst, verharrt weiterhin im Bereich "extremer Angst". Makroökonomische und geopolitische Unsicherheiten sorgen dafür, dass Investoren vorsichtig bleiben und riskante Anlagen wie Kryptowährungen meiden.
Wie wird sich der Bitcoin entwickeln?
Die Meinungen, wie es mit dem Leitcoin weitergeht, sind gespalten wie schon lange nicht mehr. Während eine JPMorgan-Prognose mit einem Kursziel von satten 266.000 US-Dollar in den letzten Tagen Schlagzeilen machte, sehen andere eine eher trügerische Erholung und verweisen, dass hinter dem Bitcoin kein Unternehmen, keine Zentralbank, kein physischer Wert und auch kein Wirtschaftsraum steckt. Einzig das Vertrauen treibt den Kurs. Andere sehen wiederum eine Gesundung und den aktuellen Kurs sogar als bereinigt an, da nun die "Trump-Euphorie" aus dem Kurs herausgerechnet wurde. Es sind also alle Meinungen vertreten.
Starke Resonanz an der 60.000-Dollar-Marke
Aktuell wird oft von der 60.000-Dollar-Marke gesprochen. Charttechnisch bleib die Marke tatsächlich ein wichtiger Bereich. Immer wieder markierte der Bereich eine Schallmauer, die schwer zu durchbrechen ist. Zuerst als Jahreshoch im Jahr 2021 und dann im Februar 2024 als Jahrestief von oben. Der Markt dürfte stark an den Widerstand in diesem Bereich glauben, zumal es an diesem Punkt seit dem Allzeithoch im verganenen Jahr bei rund 126.000 USD bereits um über 50 Prozent nach unten gegangen ist. Fällt der Kurs nachhaltig unter diese Marke, dürfte die Bitcoin-Story erneut spannend werden.