Auch außerhalb der aktuellen Blitzer-Aktionswoche müssen Autofahrer in der Region besonders aufpassen. Eine Stadt im Südwesten ist beim Blitzen aber noch eifriger.
In diesen Tagen wird besonders häufig geblitzt.
Von Eberhard Wein
Stuttgart - Beim aktuellen Blitzer-Marathon müssen Autofahrer besonders auf ihre Tachonadel achten. Doch die Stadt Stuttgart nimmt es mit der Geschwindigkeitsüberwachung auf ihren Straßen das ganze Jahr über vergleichsweise genau. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Verbraucherportals Allright hervor, die pünktlich zur laufenden bundesweiten Blitzerwoche veröffentlicht wurde. Für Autofahrer in der Region bedeutet das: Erhöhte Aufmerksamkeit ist geboten. Mit 21,29 Blitzern pro 1000 Hektar Straßenfläche liegt die Landeshauptstadt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,45 Anlagen.
Laut Allright sind in Stuttgart durchschnittlich 44,73 Blitzer gleichzeitig im Einsatz – davon 39 fest installierte Anlagen sowie im Schnitt 5,73 mobile oder teilstationäre Messgeräte. Auf die 2101 Hektar Straßenfläche der Landeshauptstadt umgerechnet, ergibt sich damit eine beachtliche Kontrolldichte, die nur von sechs anderen deutschen Großstädten übertroffen wird. Insgesamt wurden die 50 größten Städte in Deutschland erfasst.
Dabei scheinen die Städte in Baden-Württemberg besonders blitzerfreundlich zu sein. Denn im Land ist Stuttgart nur die Nummer drei. Unangefochten an der Spitze – nicht nur im Südwesten, sondern bundesweit – thront erneut Freiburg. Mit einer Blitzerdichte von 38,76 pro 1000 Hektar verteidigt die Stadt im Breisgau ihren Titel als Deutschlands „Blitzer-Hauptstadt“ souverän. In absoluten Zahlen stehen in Freiburg 30 fest installierte und 1,9 mobile Blitzer auf 823 Hektar Straßenraum.
Auf Platz zwei im Südwesten und bundesweit auf Rang drei folgt Karlsruhe mit einer Dichte von 27,15 Blitzern. Die Stadt setzt dabei vor allem auf mobile Kontrollen: 7,43 teilstationäre und mobile Anlagen sind dort im Schnitt gleichzeitig aktiv – deutlich mehr als in Stuttgart (2,73) oder Freiburg (2,31). Offenbar eine lohnende Strategie: Im vergangenen Jahr hatte eine Studie ergeben, dass Karlsruhe besonders viel Geld mit seinen Blitzern einnimmt.
Bundesweit ist die Blitzerdichte noch einmal um 12,6 Prozent gestiegen – von 10,17 auf 11,45 Anlagen pro 1000 Hektar. In Stuttgart allerdings ging die Entwicklung leicht gegen den Trend: Hier sank die Blitzerdichte um 2,5 Prozent. Freiburg hingegen legte um 7,4 Prozent zu, Karlsruhe um 4,8 Prozent. Den größten Sprung machte bundesweit Halle an der Saale mit einem Plus von 94,4 Prozent – dort hat sich die Anzahl der Blitzer binnen Jahresfrist nahezu verdoppelt. Auch Braunschweig (plus 56,9 Prozent) und Lübeck (plus 52,6 Prozent) rüsteten massiv auf. Die Spannweite bei der Überwachungsintensität ist beachtlich: Während in Freiburg fast 39 Blitzer pro 1000 Hektar lauern, müssen Autofahrer in Magdeburg nur mit 1,55 Anlagen rechnen. Dort gibt es überhaupt keine fest installierten Anlagen. Auch in Braunschweig (3,95), Bremen (4,54), Krefeld (4,58) und Duisburg (4,69) bleibt das Blitzer-Risiko überschaubar.
Für die Erhebung befragte Allright die zuständigen Behörden der 50 größten deutschen Städte. Zusätzlich analysierte das Portal mithilfe einer Blitzer-App, wie viele mobile und teilstationäre Geräte werktags durchschnittlich gleichzeitig aktiv waren.