Stellenabbau

Boschler kritisieren im Bundestag ihre Geschäftsführung scharf

Bosch-Beschäftige haben auf Einladung des Linke-Fraktionsvorsitzenden Luigi Pantisano in Berlin den Blick auf die geplante Waiblinger Werksschließung gelenkt.

Boschler kritisieren  im Bundestag ihre Geschäftsführung scharf

Der Protest der Waiblinger Bosch-Beschäftigten hat jetzt Berlin erreicht.

Von Peter Stolterfoht

Luigi Pantisano hat eine ganze persönliche Beziehung zum Waiblinger Bosch-Standort. „Vom Wohnzimmer meiner Eltern aus konnte ich von klein auf das Werk schauen“, sagt der Linke-Fraktionsvize im Bundestag mit dem Wahlkreis in Stuttgart. „Ein paar meiner Klassenkameraden haben dort später auch eine Ausbildung gemacht“, so der Waiblinger weiter und dass ihm deshalb die dortigen Bosch-Beschäftigten besonders am Herz lägen. Einige von ihnen hat er eine Einladung nach Berlin ausgesprochen, der die Boschler am Donnerstag gefolgt sind.

Werksschließung mit 560 Betroffenen

Es ist dann aber keine gemütliche Plauderrunde über alte Zeiten geworden. Zu groß sind dafür die Sorgen, die die Waiblinger Berlin-Besucher gerade umtreibt. Um die ging es dann auch im Bundestag angesichts der angekündigten Auflösung des Waiblinger Mobilitätsbereichs samt Werksschließung bis zum Jahr 2028, von der etwa 560 Beschäftigte betroffen sind.

Die Waiblinger Bosch-Abordnung übte in Berlin dann auch scharfe Kritik an einer ihrer Meinung nach mittlerweile „nur noch auf Profitmaximierung ausgerichteten Unternehmensstrategie“. Gleichzeitig wurde auch Enttäuschung gegenüber der Politik auf Bundes- und Landespolitik geäußert.

Auch Luigi Pantisano schloss sich dieser Meinung an: „Es wurde völlig zurecht kritisiert, dass die Politik viel zu selten wirklich zuhört.“ Die Beschäftigten seien deshalb natürlich auch wütend, so der verkehrspolitische Sprecher seiner Partei, der auch noch deutliche Worte an die Geschäftsführung des Konzerns richtete: „Bosch handelt mit klarem Kalkül: Investitionen werden ins Ausland verlagert, dort Produktionskapazitäten aufgebaut , während in Deutschland abgebaut wird.“ Zur viel beschworenen Bosch-Familie würden deshalb nicht mehr die Manager gehören, diese Familie werde mittlerweile nur noch von den Beschäftigten repräsentiert, so Pantisano.

Das Bosch-Abbauprogramm betrifft bundesweit etwa 13 000 Stellen, die mit einer Finanzierungslücke in Höhe von 2,5 Milliarden Euro im Zusammenhang steht.