Geld spielt offenbar keine Rolle

Bund gibt 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen aus

Die Ausgaben der Bundesverwaltung für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2025 wurden dafür 481,4 Millionen Euro ausgegeben, wie die Bundesregierung bekannt gegeben hat.

Bund gibt 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen aus

Die Microsoft-Office-Programme des US-Tech-Riesen sind auch bei den Bundesbehörden beliebt. Der Staat lässt sich immer mehr kosten.

Von Markus Brauer/AFP

Die Mitarbeiter in den Amtsstuben der Bundesverwaltung lieben Microsoft. Natürlich nicht den Tech-Giganten als solchen. Denn das US-Unternehmen ist schließlich Inbegriff des amerikanischen Kapitalismus. Ihre LIebe gilt den Office-Programmen – also der Software.

481,4 Millionen Euro für Lizenzen

Die Lizenzen des Softwarekonzerns sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden dafür 481,4 Millionen Euro ausgegeben, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard hervorgeht.

Die unmittelbare und mittelbare Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger des Bundes beziehen ihre Lizenzen demnach in aller Regel aus einem Rahmenvertrag, den die Zentralstelle IT-Beschaffung ausgeschrieben hat. Die Vergleichbarkeit mit früheren Anfragen sei eingeschränkt, heißt es, da der Kreis der Bezugsberechtigten über die Ressorts und nachgeordneten Behörden hinausgehe.

„Gefährlicher Trend“

Rebecca Lenhard kritisiert die Entwicklung. „Die vorgelegten Zahlen zeigen einen gefährlichen Trend“, sagte sie der „Südedeutschen Zeitung“ (“SZ“). Mit solchen Summen ließe sich der Aufbau und die Stärkung leistungsfähiger Open-Source-Lösungen und europäischer Alternativen gezielt vorantreiben.„Stattdessen vertiefen wir unsere Abhängigkeit von einzelnen außereuropäischen Anbietern weiter“, kritisiert die Grünen-Abgeordnete.

Über die Beschaffung von Microsoft-Lizenzen auf Ebene der Länder und Kommunen liegen der Bundesregierung laut ihrer Antwort keine konkreten Zahlen vor. Grund seien die föderal verteilten Zuständigkeiten in diesem Bereich. Da die Ausgaben der Länder und Kommunen nicht enthalten seien, dürfte das tatsächliche Gesamtvolumen der öffentlichen Microsoft-Beschaffung deutlich höher liegen, erklärt Lenhard.