US-Actionstar mit 86 Jahren gestorben

Chuck Norris: Der Mann, vor dem der Tod Angst hatte, ist tot

Die TV-Serie „Walker, Texas Ranger“ machte Chuck Norris berühmt. In Hollywood boxte sich der Karate-Weltmeister hoch, war als Trump- und Waffenfan aber Außenseiter. Nun ist er 86-jährig gestorben. Ein Nachruf.

Chuck Norris: Der Mann, vor dem der Tod Angst hatte, ist tot

Chuck Norris: 10. März 1940 bis 19. März 2026.

Von Markus Brauer/dpa

„Viele Leute haben Angst vor dem Tod. Der Tod hat Angst vor Chuck Norris!“

So lautet einer der unzähligen „Chuck-Norris-Facts“. Doch was undenkbar schien, ist jetzt doch geschehen: Der Sensenmann hat Chuck Norris überlistet und mit sich ins Reich der Toten geholt.

Knallharter Hollywood-Kerl

Bis ins hohe Alter gab er sich gern als knallharter Hollywood-Kerl. Auf Leinwand und Bildschirm ließ Action-Star Chuck Norris die Fäuste und Beine fliegen. Ein Klick auf seiner Webseite und schon erscheint er mit gestähltem Oberkörper in Karate-Kampfpose.

Seinen Vorbildern Clint Eastwood und Charles Bronson stand Norris schauspielerisch immer etwas nach, doch der bärtige Haudegen mit der gegerbten Haut hatte eine lange Karriere und viele treue Fans. Sie alle müssen nun Abschied nehmen: Chuck Norris ist im Alter von 86 Jahren – neun Tage nach seinem Geburtstag – gestorben, wie seine Familie auf mehreren Social-Media-Kanälen mitgeteilt hat.

        View this post on Instagram                      

„Das Herz unserer Familie“

Chuck Norris sei „von seiner Familie umgeben“ gewesen und in Frieden gegangen, heißt es in einem Beitrag auf Instagram und Facebook. Bei Instagram äußert sich Norris’ Sohn Dakota Alan Norris in tiefer Trauer. Details zur Todesursache wurden nicht genannt.

„Für die Welt war er Kampfsportler, Schauspieler und ein Symbol der Stärke“, erklärt die Familie. „Für uns war er ein hingebungsvoller Ehemann, ein liebender Vater und Großvater, ein unglaublicher Bruder und das Herz unserer Familie.“

Laut einem Bericht der Prominenten-Webseite „TMZ“ vom Donnerstag (19. März) war Norris nach einem nicht näher bezeichneten Notfall in ein Krankenhaus im US-Bundesstaat Hawaii eingeliefert worden.

Waschechter Kampfkünstler

Chuck Norris war nicht nur ein Action-Actor, er war ein waschechter Kampfkünstler (Tang-Soo-Do- und Taekwondo-Meister 8. Dan). In Erinnerung werden seine Filme bleiben: „Die Todeskralle schlägt wieder zu“, „Missing in Action 1-3“, „Voll auf die Nüsse“, „Walker, Texas Ranger“, „Delta Force 1+ 2“, „Cusack, der Schweigsame“, „McQuade, der Wolf“.

Ikonisch die Szene, als er in „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ aus dem Jahr 1972 gegen Bruce Lee einen Kampf auf Leben und Tod führt. Norris spielt darin Colt, der als Amerikas bester Karatekämpfer gilt. Im Kolosseum von Rom kommt es zum finalen Zweikampf der Giganten. Tang Lung (Bruce Lee) tötet seinen Gegner, nachdem dieser sich nicht geschlagen geben will, aufgrund seines von Tang Lung im Kampf gebrochenen Beines, aber eigentlich schon kampfunfähig ist.

Auftritte wurden seltener

Seine Auftritte in Spielfilmen waren am Ende selten geworden. So schlug er 2012 in „The Expendables 2“ als Senior der Altherren-Riege noch an der Seite von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis zu.

Bei seinem Actionstreifen „Agent Recon“, eine Billigproduktion, hagelte es 2024 allerdings nur noch Verrisse.

Über den Kampfsport nach Hollywood

Als Action-Held, der Bösewichte das Fürchten lehrt, hatte sich Norris im harten Action-Genre einen festen Platz erkämpft.

Vor allem in seiner Dauer-Rolle als Gesetzeshüter Cordell Walker in der TV-Serie „Walker, Texas Ranger“, konnte er reihenweise finstere Gestalten vermöbeln. Ab 1993 spielte er mehr als acht Jahre lang den uramerikanischen Ranger in Texas, der für Recht und Gesetz eintritt.

In einer streng religiösen Familie im ländlichen Oklahoma aufgewachsen, hatte er als junger Soldat in Korea die Karate-Variante Tang Soo Do entdeckt. Als Kampfsportlehrer wurde er in den 1960er Jahren in der Martial-Arts-Szene bekannt. Mehrere Jahre war er Karate-Weltmeister im Mittelgewicht, über Kampfsport-Freunde wie Bruce Lee und Steve McQueen schaffte er schließlich den Sprung nach Hollywood. 

No Jokes – Facts!

Er markierte den starken Mann, wurde aber gleichzeitig auch zum Protagonisten für unzählige Witze. Als „Chuck Norris Fakten“ kursieren Legionen von Sprüchen im Internet - so etwa:

Der Schauspieler nahm die Verulke aber mit Humor und postete die Witze auch auf seiner Webseite. Dort berichtete der fünffache Vater auch gern über sein soziales Engagement mit der Initiative „Kickstart Kids“. Zusammen mit dem früheren US-Präsidenten George H. W. Bush hatte er 1992 Kampfsport-Kurse für benachteiligte Kinder ins Leben gerufen.

Großer Fan von Donald Trump

Aus seinem ultrakonservativen Weltbild machte Norris nie einen Hehl. Als Kolumnist der rechtsgerichteten Webseite „World Net Daily (WND)“ wetterte er gegen das aus seiner Sicht zu liberale Schulsystem, trat als Verfechter der Waffenrechte auf und legte sich für Donald Trump ins Zeug.

In einem Eintrag am 20. Januar 2025, zum zweiten Amtsantritt von Trump als US-Präsident, schwärmte Norris von seiner ersten Begegnung mit dem Republikaner im Jahr 1974, als Trump ein junger Geschäftsmann und er selbst ein bekannter Kampfsportler war. Trump habe ihn damals darin bestärkt, Schauspieler zu werden, schrieb Norris. Seine Fans rief er dazu auf, Trump zu unterstützen und für ihn zu beten, denn der sei ein Kämpfer, der Amerika „wieder großartig“ machen werde.

Konservative Werte

Als seine Lebensprinzipen und Werte listete Norris „Glaube, Familie, Fitness, Freiheit und Kampf“ auf. 1998 heiratete er in zweiter Ehe das mehr als 20 Jahre jüngere Ex-Model Gena O’Kelley. 2001 brachte sie Zwillinge zur Welt. Aus früheren Beziehungen hatte Norris drei weitere Kinder.

Der Kampfsportler hatte seit seinem Schauspieldebüt Ende der 1960er Jahre in einer Reihe von Actionfilmen mitgewirkt. Zur Leinwandikone machte ihn sein Kampf gegen den Kung-Fu-Superstar Bruce Lee in dem Film „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ von 1972. Seinen letzten Auftritt hatte er in „Agent Recon“ von 2024.