Venus überholt Jupiter am Abendhimmel und mit dem Fernglas lassensich die hellsten Jupitermonde entdecken. Welche Himmelsereignisse der Juni bereithält.
3D Isometrische flache konzeptionelle Illustration von Jupiter und vier seiner Monde.
Von Hans-Ulrich Keller (dpa)/Markus Brauer
Gleich zu Monatsbeginn kommt es zu einem Wettlauf der beiden hellsten Planeten am abendlichen Westhimmel. Die hellere Venus verfolgt den Riesenplaneten Jupiter. Am 9. Juni überholt Venus schließlich in drei Vollmondbreiten nördlichem Abstand Jupiter.
Jupiter und seine 101 Monde
it einem Fernglas kann man die vier hellsten Monde von Jupiter erspähen. Insgesamt sind inzwischen 79 Monde bekannt, die den Riesenplaneten auf seinem Weg um die Sonne begleiten. Die meisten sind jedoch winzige Monde von nur wenigen Kilometer Durchmesser und darunter.
Der mondreichste Planet ist hingegen Saturn, der von 285 Trabanten umrundet wird. Ende Juni zieht sich Jupiter vom Abendhimmel zurück und wird unbeobachtbar. Er wird von der Sonne verfolgt, die ihn schließlich am 29. Juli einholt.
Merkur flitzt am Firmanent
Der flinke Merkur zeigt sich der ersten Monatshälfte am Abendhimmel knapp über dem Nordwesthorizont. In der fortschreitenden Dämmerung zeigt er sich erstmals. Gegen 23 Uhr geht der sonnennächste und kleinste Planet schließlich unter. Nach der Monatsmitte wird man vergeblich nach Merkur Ausschau halten, wenn er auch am 15. Juni mit 25 Grad seinen größten östlichen Abstand von der Sonne erreicht.
Saturn im Sternbild der Fische zeigt sich am Morgenhimmel. Zu Monatsanfang geht der Ringplanet eine Viertelstunde nach 3 Uhr morgens auf. Ende Juni erfolgt der Saturnaufgang bereits eine halbe Stunde nach Mitternacht. Während des Monats nimmt die Saturnhelligkeit leicht zu.
Mars und Mond
Mars lässt sich immer noch nicht am Morgenhimmel blicken. Erfahrene Himmelsbeobachter mögen den roten Planeten Ende Juni in der beginnenden Morgendämmerung tief am Nordosthimmel aufstöbern.
Schon am 1. Juni bafend sich der Mond mit 406.366 Kilometer in Erdferne. Am 15. Juni tritt um 4.54 Uhr Neumond ein. Fast gleichzeitig kommt der Mond mit 357.196 Kilometer in Erdnähe. Das Zusammenfallen von Neumond und Erdnähe führt wieder zu Springfluten.
Ein zweites Mal kommt der Mond am 28. Juni mit 406.265 Kilometer in Erdferne. Vollmond wird am 30. Juni um 1.57 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Es ist dies der südlichste Vollmond des ganzen Jahres.
Bärenhüter treibt Großen Bären
Am Abend sieht man den hellen, orangeroten Arktur hoch im Süden. Er ist der Hauptstern im Rinderhirt, dem Sternbild Bootes. Arktur wiederum heißt Bärenhüter. Er treibt den Großen Bären um den Polarstern herum.
Der Himmelswagen, gebildet vom Schinken und Schwanz des Großen Bären, befindet sich bereits in der westlichen Himmelshälfte. Die Mittagslinie hat er bereits passiert. Nahe dem Nordhorizont findet man das Himmels-W, die Königin Kassiopeia.
Der westliche Teil des Firmaments wird noch von den Frühlingsbildern geprägt. Weit im Westen steht schräg zum Horizont das mächtige Sternentrapez des Löwen. Im Südwesten trifft man auf die Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica.
Vorboten des Sommers
In der östlichen Himmelshälfte kündigt sich bereits der Sommer an. Das Sommerdreieck ist bereits vollständig aufgegangen. Es setzt sich aus den drei Sonnen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammen. Sterne sind bekanntlich Sonnen, selbstleuchtende, glühend heiße Gasbälle, gewissermaßen Geschwister unserer eigenen Sonne.
Wega und Arktur sind die beiden hellsten Sterne des Nordhimmels und somit auch von unseren lichtüberfluteten Städten aus gut zu sehen. Die Wega sendet ein grelles, bläulich-weißes Licht aus. Mit 25 Lichtjahren, das sind 236 Billionen Kilometer, gehört Wega zu den Nachbarsonnen unserer Sonne. Sie ist allerdings dreimal so groß wie die Sonne, was den Äquatordurchmesser betrifft.
Die Wegasonne rotiert viel schneller als unsere eigene Sonne, die für eine Umdrehung 25 Tage braucht. Wega dreht sich in nur zwölf Stunden einmal um sich selbst. Infolge ihrer raschen Rotation ist die Wega stark abgeplattet.
Während unsere Sonne kugelförmig aussieht, sieht Wega wie ein runder Laib Brot aus. Ihr Poldurchmesser ist ein Fünftel kürzer als der Äquatordurchmesser. Wega ist auch heißer als unsere Sonne. Am Äquator misst ihre Oberflächentemperatur 7400 Grad Celsius, an den Polen sogar knapp 10.000 Grad.
Skorpion krabbelt am Horizont
Tief im Süden krabbelt der Skorpion den Horizont entlang. Sein tiefroter Hauptstern Antares ist kaum zu übersehen. Antares ist eine rote Überriesensonne in 550 Lichtjahren Entfernung. Antares ist so riesengroß, dass bequem die Sonne samt der Erdbahn in seinem riesigen Gasleib Platz fände.
Der Skorpion ist Mitglied des Tierkreises, gehört also zu jenen dreizehn Sternbildern, durch die Sonne, Mond und Planeten wandern. Nur eine Woche, vom 23. bis 30. November, hält sich die Sonne im Sternbild Skorpion auf. Dies ist die kürzeste Zeitspanne, die die Sonne in einem Tierkreissternbild verbringt.
Nördlich des Skorpions stößt man auf das umfangreiche aber nur aus lichtschwachen Sternen bestehende Bild des Schlangenträgers mit der Schlange.
Längster Tag des Jahres
Die Sonne erklimmt am 21. Juni um 10.25 Uhr im Sternbild Stier den Gipfel ihrer Jahresbahn. Der Sommerpunkt liegt an der Grenze zum Sternbild Zwillinge, in das die Sonne nur wenige Stunden später, nämlich am 21. um Mitternacht eintritt.
Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man vom Wendekreis des Krebses spricht. Die Sommersonnenwende beschert uns den längsten Tag des Jahres. Er dauert in München 16 Stunden und vier Minuten, in Hamburg 17 Stunden und drei Minuten und in Berlin 16 Stunden und 57 Minuten.
Am nördlichen Polarkreis geht die Sonne gar nicht unter, es bleibt 24 Stunden Tag. Um Mitternacht sieht man dort die Sonne über dem Nordhorizont. Die Sonne erreicht zur Sonnenwende ihre höchste Mittagsstellung. In Konstanz steht sie fast 66 Grad über dem Südpunkt am Horizont und in Kiel gut 59 Grad.