Waffenruhe

Das ist Irans 10-Punkte-Plan

In letzter Minute haben sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Ein 10-Punkte-Plan aus Teheran soll als Grundlage für Verhandlungen dienen.

Das ist Irans 10-Punkte-Plan

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erhebt weitreichende Forderungen, die zum Teil unerfüllbar sein dürften.

Von Michael Maier

Die Welt hält den Atem an: Nur wenige Stunden vor Ablauf eines militärischen Ultimatums durch US-Präsident Donald Trump haben sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt.

Die durch Pakistan vermittelte Feuerpause bietet ein unerwartetes, aber fragiles Zeitfenster für diplomatische Verhandlungen. Im Zentrum der Gespräche steht ein vom Iran vorgelegter 10-Punkte-Plan, den die US-Regierung als „brauchbare Verhandlungsgrundlage“ bezeichnet hat. Doch was genau fordert Teheran für einen dauerhaften Frieden?

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim News hat die Details des Plans veröffentlicht, der weitreichende strategische, wirtschaftliche und militärische Zugeständnisse der USA verlangt.

10 Punkte des Iran

Waffenruhe im Iran: Wie geht es nun weiter?

Für den Iran, so betonte der Oberste Nationale Sicherheitsrat, bedeutet diese zweiwöchige Feuerpause noch lange kein endgültiges Kriegsende. Die eigentlichen Verhandlungen über die Umsetzung dieses Plans sollen am 10./11. April 2026 in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnen.

Die Situation bleibt extrem angespannt: Während die USA und Israel der Waffenruhe vorerst zugestimmt haben, machte die israelische Regierung deutlich, dass die Feuerpause aus ihrer Sicht nicht für die laufenden Operationen im Libanon gelte. Dies steht im Widerspruch zu Punkt 10 des iranischen Plans.

Lösegeld an der Straße von Hormus?

Auch weitere Punkte dürften für die USA völlig inakzeptabel sein. Es ist erstaunlich, dass der 10-Punkte-Plan überhaupt als taugliche Verhandlungsgrundlage dienen soll. Der Iran hat bereits gewarnt, dass man „den Finger am Abzug“ behalte und bei einem Scheitern der Gespräche oder weiteren Angriffen sofort mit voller Härte zurückschlagen werde. Auf Seiten der USA dürfte eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten jederzeit möglich sein.

Unklar blieb zunächst, ob der Iran für die Passage der Straße von Hormus eine „Transitgebühr“ von zwei Millionen Dollar pro Schiff erheben wird, wie von einigen Medien berichtet. Das wäre ein krasser Widerspruch zum internationalen Seerecht, das eine freie Durchfahrt garantiert. Das Thema Uran-Anreicherung war in den 10 Punkten zunächst nur in einer Version auf Farsi erwähnt worden – nicht auf Englisch.