Die Tabaksteuern in Deutschland sollen deutlich steigen.
Von Christian Gottschalk
Am Mittwoch hat der Finanzausschuss die Sache durchgewunken, an diesem Donnerstag stimmt der Bundestag darüber ab: die Tabaksteuer wird erhöht, Rauchen wird teurer. In den Jahren 2027 bis 2030 werden die Steuersätze demzufolge schrittweise angehoben. 2030 könnte eine Packung mit 20 Zigaretten dann etwa 12 Euro kosten, das sind rund vier Euro mehr als heute. Ebenfalls erhöht werden soll die Tabaksteuer auf Tabak zum Selbstdrehen sowie auf Shisha-Tabak und Liquids für E-Zigaretten.
Die Bundesregierung begründet das Vorhaben mit der notwendigen Haushaltskonsolidierung und dem Gesundheitsschutz. Im kommenden Jahr wird mit Steuermehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro gerechnet.
Massive Erhöhung in den letzten Jahren
In den letzten Jahren wurde die Tabaksteuer mehrfach angehoben. So wurde zu Beginn des Jahrtausends in den Jahren 2002 und 2003 die Steuer jeweils um 1 Cent pro Zigarette erhöht, das waren mehr als zehn Prozent. Offizielle Begründung: das Geld diene zur Finanzierung von Maßnahmen zur Anti-Terror-Bekämpfung. Im Jahr 2004 gab es gleich mehrere Erhöhungen zur Finanzierung der Gesundheitsstrukturreform. Von einer Schachtel Zigaretten, die acht euro kostet, gehen heute mehr als fünf Euro Steuern an den Staat.
Die langfristige Entwicklung zeigt, dass der Konsum von Zigaretten deutlich zurückgegangen ist. 1991 wurden in Deutschland 146,5 Milliarden Zigaretten versteuert, 2025 waren es weniger als die Hälfte, nämlich 66,4 Milliarden. Dieser Trend lässt sich allerdings nicht allein durch die Tabaksteuer erklären. Auch Rauchprävention, gesellschaftliche Einstellungen und andere Faktoren spielen eine Rolle. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass auf dem Schwarzmarkt mehr umgesetzt, aber nicht versteuert wird.
Neue Steuer soll von März an gelten
Die Koalitionsfraktionen hatten vor der heute geplanten Abstimmung noch Änderungen an dem Entwurf vorgenommen, sodass im kommenden Jahr Steuermehreinnahmen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro erwartet werden, 750 Millionen Euro mehr als im ursprünglichen Entwurf. Im Jahr 2030 werden jetzt Mehreinnahmen von 4,461 Milliarden Euro erwartet, 872 Millionen Euro mehr als im Ursprungsentwurf. Die neuen Steuertarife für Zigarren, Zigarillos, Pfeifentabak und Wasserpfeifentabak sollen ab dem 1. März 2027 gelten.