Gibt es schon Schnee im November?
Von Lukas Böhl
Der November 2026 könnte in Deutschland einige winterliche Überraschungen bereithalten. Bereits Ende Oktober sorgten Prognosen des europäischen Wettermodells ECMWF und des amerikanischen GFS für Aufmerksamkeit. Beide Modelle hatten zeitweise einen kräftigen Kaltluftvorstoß um den 10. November berechnet. Demnach könnte kalte Luft aus Nordosten nach Deutschland gelangen und die Temperaturen deutlich sinken lassen.
Einzelne Berechnungen zeigten sogar zweistellige Minusgrade und Schnee bis in tiefere Lagen. Allerdings handelt es sich dabei um mögliche Wetterentwicklungen, nicht um gesicherte Vorhersagen. Die neuesten Einschätzungen des DWD fallen deutlich zurückhaltender aus.
DWD erwartet zunächst ruhiges Herbstwetter
Nach der aktuellen Mittelfristprognose des Deutschen Wetterdienstes vom 2. November bestimmt zunächst ein Hochdruckgebiet das Wetter in Deutschland. Bis mindestens zum 9. November bleibt es überwiegend ruhig und vielerorts trocken.
Typisch für die Jahreszeit sind dabei Nebel und Hochnebel, die sich teilweise den ganzen Tag halten können. Wo sich die Wolken auflösen, zeigt sich dagegen die Sonne.
Die Temperaturen bewegen sich meist im jahreszeitlich üblichen Bereich. Nachts kann es bei klarem Himmel bereits leichten Frost geben. Ein flächendeckender Wintereinbruch ist zunächst jedoch nicht in Sicht.
Auch größere Niederschlagsmengen oder markante Wetterereignisse erwartet der DWD bis zum kommenden Wochenende nicht.
Kommen Schnee und Kälte ab dem 10. November?
Deutlich spannender wird der Blick auf die zweite Novemberwoche. Sowohl das europäische ECMWF-Modell als auch das amerikanische GFS hatten Ende Oktober eine mögliche Umstellung der Großwetterlage berechnet.
In diesem Szenario würde kalte Luft aus nördlichen oder nordöstlichen Richtungen nach Mitteleuropa strömen. In rund 1500 Metern Höhe zeigten einzelne Modellläufe Temperaturen zwischen minus sechs und minus zehn Grad.
Sollte sich eine solche Wetterlage durchsetzen, wären auch in Deutschland frostige Nächte und erste Schneefälle möglich. Besonders in den Mittelgebirgen und den Alpen könnten die Temperaturen dann zeitweise unter den Gefrierpunkt sinken.
Allerdings schwanken die Berechnungen weiterhin erheblich. Neben winterlichen Szenarien zeigen andere Modellläufe deutlich mildere Entwicklungen.
Der DWD betont deshalb, dass für einen Wintereinbruch mit Schnee bis ins Flachland derzeit keine belastbaren Anzeichen vorliegen. Entscheidend wird sein, ob sich die Hochdrucklage über Europa hält oder eine neue Strömung kalte Luft nach Deutschland transportiert.
Wird es nach dem Kälteeinbruch wieder milder?
Für die Zeit nach dem 10. November deutet sich in einigen Berechnungen auch eine Milderung an. Demnach könnten wieder häufiger Luftmassen vom Atlantik nach Deutschland gelangen.
Das würde vor allem im Westen und Südwesten höhere Temperaturen und möglicherweise mehr Niederschlag bedeuten. Ein länger anhaltender Wintereinbruch wäre unter diesen Bedingungen eher unwahrscheinlich.
Auch die längerfristigen Prognosen sprechen bislang nicht für einen insgesamt ungewöhnlich kalten November. Die saisonalen Berechnungen des ECMWF zeigen für Deutschland überwiegend Temperaturen oberhalb des langjährigen Durchschnitts.
Solche Monatsprognosen sagen allerdings wenig darüber aus, ob zwischendurch einzelne kräftige Kältewellen auftreten.
Wann kommt der erste Schnee nach Deutschland?
Ob es im November bereits für Schnee bis ins Flachland reicht, bleibt offen. In höheren Mittelgebirgen und den Alpen sind winterliche Niederschläge grundsätzlich wahrscheinlicher.
Für eine Schneedecke in tieferen Lagen müsste die Kaltluft allerdings mit ausreichend Niederschlag zusammentreffen. Genau diese Kombination lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig vorhersagen.
Fest steht: Der November beginnt mit ruhigem, teilweise frostigem Herbstwetter. Ein kräftiger Wintereinbruch um die Monatsmitte ist nach einzelnen Modellrechnungen möglich, aber keineswegs sicher. Ob Deutschland tatsächlich einen frühen Wintereinbruch erlebt oder sich mildere Luft durchsetzt, werden erst die kommenden Tage zeigen.