Der VfB-Stürmer möchte mit Bosnien-Herzegowina zur WM fahren. Auch in anderen Play-off-Finalspielen mischen Stuttgarter Spieler mit.
Von Heiko Hinrichsen
Stuttgart - An diesem Dienstag (20.45 Uhr) werden in den Play-off-Finalspielen die letzten vier europäischen Teilnehmer an der Fußball-WM im Sommer ermittelt. In den Partien Bosnien-Herzegowina gegen Italien, Schweden gegen Polen, Kosovo gegen die Türkei sowie Tschechien gegen Dänemark mischen auch drei VfB-Profis mit.
Bosnien-Herzegowina – Italien
In Wales hat sich das bosnische Team von Trainer Sergej Barbarez im Halbfinale knapp mit 4:2 im Elfmeterschießen durchgesetzt. Nun empfängt man in Zenica im Play-off-Finale um die WM-Tickets die Italiener. Patzt die Squadra Azzurra erneut, wäre es die dritte WM ohne den viermaligen Weltmeister hintereinander – ein Debakel. Der ganz große Druck liegt also nicht auf VfB-Stürmer Ermedin Demirovic und seinen Kollegen.
Während Demirovic seinen Elfmeter für Bosnien in Wales nicht im Tor unterbrachte, ebnete sein 40 Jahre alter Stürmerkollege Bosnien-Herzegowina den Weg: Edin Dzeko, der in seinen bisher acht Partien für Zweitligist FC Schalke 04 sechsmal getroffen hat, traf in Wales zum 1:1 – und ist heiß auf das Match gegen die Italiener: „Sie kommen als der haushohe Favorit nach Zenica“, sagt der Mann, der unter anderem 2009 mit dem VfL Wolfsburg deutscher Meister wurde: „Aber wir haben 90 Minuten Zeit, um zu zeigen, was wir können. Wir werden definitiv alles geben.“
Kosovo – Türkei
2008 wurde der Kosovo politisch unabhängig, seit 2016 gehört man erst der Fifa an. Kein Wunder also, dass man noch nie bei einer WM oder EM mitspielte. In der Hauptstadt Pristina könnte der Kosovo von Trainer und Ex-VfB-Profi Franco Foda im Endspiel um die WM-Tickets gegen die Türkei also Historisches erreichen, weshalb der Staat auch die Erfolgsprämie von einer Million Euro für die Mannschaft ausgelobt hat.
„Wenn du zur Weltmeisterschaft willst, musst du diese Mannschaften auch schlagen. Wir haben auf jeden Fall das Zeug dazu“, sagte derweil VfB-Kapitän Atakan Karazor vor seiner Abreise zum Nationalteam der Türkei. Teil eins der Mission-WM haben die Türken mit dem 1:0-Heimsieg über Rumänien erfolgreich absolviert. Karazor, der bisher bei zwei Länderspielen für das Team von Vincenzo Montella steht, kam dabei nicht zum Einsatz. Auch bei Anpfiff im Kosovo dürfte der VfB-Spielführer wieder auf der Bank sitzen.
Tschechien – Dänemark
Deutlich mit 4:0 haben die Dänen im Kopenhagener Parken-Stadion das Team aus Nordmazedonien im Halbfinale besiegt, wobei sämtliche Treffer in der zweiten Halbzeit fielen. VfB-Allzweckwaffe Nikolas Nartey gab in diesem Spiel sein Debüt für Danish Dynamite, wurde in der 86. Minute für Mikkel Damsgaard vom FC Brentford im linken Mittelfeld eingewechselt.
Nun tritt die dänische Elf von Brian Reimer in Prag gegen das Team aus Tschechien an, das sich zuvor ebenfalls zuhause knapp mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen Irland durchgesetzt hatte. „Wir sind bereit, den letzten Schritt zu gehen“, sagt Reimer.
Niklas Nartey, dessen Marktwert in dieser Runde quasi von Null auf sieben Millionen Euro geklettert ist, dürfte im Play-off-Finale von Prag zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen.