Planinsolvenz

Depot-Kahlschlag trifft auch Filialen in der Region Stuttgart

Der Deko-Riese Depot steckt in der Krise und muss wegen Planinsolvenz radikal schrumpfen. Fast die Hälfte des Ladennetzes verschwindet – der Ausverkauf läuft auf Hochtouren.

Depot-Kahlschlag trifft auch Filialen in der Region Stuttgart

Schnäppchenjäger müssen sich sputen.

Von Michael Maier

Das Thema der erneuten Depot-Insolvenz mitsamt Kahlschlag im Filialnetz bewegt derzeit viele Kunden und Beschäftigte. Wer in den letzten Wochen an einer Filiale des bekannten Deko-Händlers Depot vorbeigelaufen ist, hat es vermutlich schon gesehen: Große Schilder mit Rabattaktionen wie „40 Prozent auf fast alles“ locken die Schnäppchenjäger an.

Doch der Hintergrund ist ein trauriger: Nach einer erneuten Insolvenz steht dem Unternehmen aus dem unterfränkischen Großostheim eine drastische Schrumpfkur bevor. Nun ist das Geheimnis gelüftet: Depot hat offiziell bekannt gegeben, welche Standorte für immer die Türen schließen.

Deko schließt 66 Filialen

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Depot mit rund 400 Filialen aus den deutschen Innenstädten und Einkaufszentren kaum wegzudenken. Nach einer ersten Insolvenz war das Netz aber bereits auf 155 Läden zusammengeschrumpft.

Jetzt folgt der nächste, massive Einschnitt: Das Unternehmen befindet sich erneut in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die GDC Deutschland GmbH stellte den entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Aschaffenburg. 66 weitere Filialen fallen nun dem Rotstift zum Opfer. Dem Händler bleiben damit bundesweit nur noch 89 Standorte. Für hunderte Mitarbeiter bedeutet das Existenzangst und eine ungewisse Zukunft – auch, wenn es sich teilweise „nur“ um Minijobber handelt.

Warum steckt Depot in der Krise?

Geschäftsführer Christian Gries machte mehrere Faktoren für die erneute Schieflage verantwortlich, die die gesamte Einzelhandelsbranche belasten:

„Läden, mit denen wir kein Geld verdienen, werden wir konsequent schließen“, so der Geschäftsführer laut Medienberichten.

Depot-Filialen schließen „in Kürze“

Auf der Website des Unternehmens wurde eine Liste mit den betroffenen Standorten veröffentlicht, von denen man sich „schweren Herzens in Kürze“ verabschieden muss. In einigen Städten (wie etwa Zwickau) war Ende Juni bereits der letzte Verkaufstag, andernorts gehen die Lichter voraussichtlich im Laufe des Sommers aus.

Depot-Filialschließungen in Baden-Württemberg

Wer seine Stadt auf dieser Liste sucht und nicht findet, kann erst einmal aufatmen. Diese Standorte gehören zu den verbleibenden 89 Filialen, stehen aber im laufenden Sanierungsverfahren natürlich weiterhin unter Beobachtung.

Wie geht es mit den Depot-Filialen weiter?

Depot will nicht komplett aufgeben. Das Ziel der Eigenverwaltung ist es, den Kern des Unternehmens zu sanieren. Geplant ist unter anderem eine Neuausrichtung hin zu modernen „Concept-Stores“, bei denen auch andere Marken ins Sortiment integriert werden könnten. Zudem setzt Depot weiterhin auf Partnerschaften wie das „Rooms“-Konzept, bei dem kleinere Deko-Shops in Supermärkten wie Rewe oder Edeka betrieben werden.

Für Schnäppchenjäger heißt es in den betroffenen Städten jetzt allerdings schnell sein: Der finale Ausverkauf läuft schon auf Hochtouren.