Deutlich mehr rechte als linke Straftaten im Kreis

Das Polizeipräsidium Aalen verzeichnet in den letzten fünf Jahren einen leichten Rückgang in der politisch motivierten Kriminalität.

Deutlich mehr rechte als linke Straftaten im Kreis

Politische Statements sind auch in Backnang hin und wieder zu lesen. Archivfoto: Alex Becher

Rems-Murr. Bei der politisch motivierten Kriminalität (PMK) im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen, also im Landkreis Schwäbisch Hall, im Ostalb- und im Rems-Murr-Kreis, hat es 2025 mit insgesamt 493 Straftaten kaum Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gegeben. 2024 waren 499 Delikte registriert worden. Im Fünfjahresvergleich zeichnet sich damit insgesamt ein leichter Rückgang ab. Trotz des Rückgangs fällt das Jahr 2023 deutlich aus dem Raster, denn damals wurden lediglich 277 Straftaten erfasst.

Die Zahl der Gewaltdelikte bleibt mit 13 Fällen auf einem weiterhin hohen Niveau. Ein großer Teil der registrierten Straftaten, vor allem Sachbeschädigungen, steht sowohl 2024 als auch 2025 im Zusammenhang mit Wahlen. 2024 war das Jahr der Europa- und Kommunalwahl, 2025 das Jahr der Bundestagswahl.

Der Schwerpunkt der Straftaten liegt weiterhin im Bereich der rechten politisch motivierten Kriminalität. Hier wurden insgesamt 218 Delikte registriert. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 16 Fälle. Innerhalb dieses Phänomenbereichs entfielen allein 153 Straftaten auf Verstöße gegen Paragraf 86a des Strafgesetzbuchs, also das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen.

Im Bereich der linken politisch motivierten Kriminalität verzeichnet die Statistik einen leichten Anstieg. Die Zahl der Straftaten stieg um sechs auf 37 Delikte. In 27 Fällen handelte es sich dabei um Sachbeschädigungen.

Die meisten Fälle gibt es im Rems-Murr-Kreis

Die Straftaten im Bereich der ausländischen Ideologie blieben mit 24 Delikten auf einem weitgehend unveränderten Niveau. Deutlich zugenommen haben dagegen die Fälle im Bereich der religiösen Ideologie: Hier stieg die Zahl von sieben auf 15 und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Nahezu unverändert blieb die Entwicklung im Bereich PMK „sonstige Zuordnung“. Hier wurden 2025 insgesamt 199 Straftaten registriert, nach 204 im Vorjahr. Unter diese Kategorie fallen Taten, die nicht eindeutig den bereits genannten Bereichen zugeordnet werden können. Hierunter fallen häufig Taten, die sich gegen den Staat, seine Institutionen oder Vertreter richten, ohne dass ein klassisches links- oder rechtsextremes Motiv erkennbar ist. Das ist etwa der Fall bei bestimmten Formen von Widerstandshandlungen oder Taten im Kontext gesellschaftlicher Polarisierung, die jedoch keinem Spektrum zuzuordnen sind.

Ein Blick auf die drei Landkreise im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen zeigt, dass der Rems-Murr-Kreis mit 268 Delikten am stärksten betroffen ist. Es folgen der Ostalbkreis mit 126 und der Landkreis Schwäbisch Hall mit 99 Delikten. Während die Gesamtfallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen über alle Phänomenbereiche hinweg leicht rückläufig sind, stiegen sie im Rems-Murr-Kreis im Vergleich zum Vorjahr an.

Zurückzuführen ist das vor allem auf Zuwächse im Bereich der rechten Kriminalität, wo die Zahl der Fälle von 102 auf 120 stieg. Auch bei der „sonstigen Zuordnung“stieg die Zahl von 94 Fällen im Jahr 2024 auf 106 Fälle im vergangenen Jahr. pol