Urlauber in Deutschland müssen 2026 mit höheren Kosten rechnen: Die Kurtaxe steigt in vielen Orten deutlich. Besonders betroffen sind beliebte Reiseziele wie die Nordseeinseln.
Zahlreiche Menschen sind bei strahlendem Sonnenschein am Strand von St. Peter Ording an der Nordsee unterwegs. (Archivbild)
Von Janina Link
Die internationale Sicherheitslage ist angespannt, im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran gelten für mehrere Länder Reisewarnungen. Zudem haben zahlreiche Fluggesellschaften einzelne Verbindungen vorübergehend ausgesetzt. Wie sich die Situation weiterentwickelt, ist offen.
Die angespannte Lage sorgt auch für Verunsicherung bei Urlauberinnen und Urlaubern. Vor diesem Hintergrund könnten Reiseziele innerhalb Deutschlands an Aufmerksamkeit gewinnen – bieten sich Reisenden hier doch weiterhin verlässliche Planungsmöglichkeiten.
Kurtaxe in Deutschland
Aber wer 2026 in Deutschland verreist, sollte bei der Kalkulation nicht nur auf den Zimmerpreis achten. Im Jahr 2026 hat sich die Kurtaxe in etwa 60 deutschen Kurorten erheblich erhöht, wie eine Auswertung von HolidayCheck zeigt. Die Abgabe, die je nach Ort auch als Kurbeitrag, Gästetaxe oder Tourismusabgabe bezeichnet wird, fällt pro Person und Übernachtung an und kann den Gesamtpreis merklich beeinflussen.
Nordsee bleibt teuer: Spiekeroog und Co. mit hohen Kurtaxen
Besonders hoch bleibt das Niveau an der Nordsee. Auf Spiekeroog zahlen Erwachsene in der Hauptsaison weiterhin 5,50 Euro pro Nacht. Damit gehört die Insel erneut zu den teuersten Reisezielen in puncto Kurtaxe. Auch Orte wie Wiesbaden und Hürtgenwald liegen inzwischen bei fünf Euro oder darüber.
Auf den ostfriesischen Inseln bleibt das Preisniveau ebenfalls hoch: Langeoog, Wangerooge, Norderney, Juist und Borkum bewegen sich zwischen knapp fünf und etwas darunter. Deutlich günstiger übernachtet man dagegen etwa in Lindenfels in Hessen, wo weiterhin nur 25 Cent pro Nacht fällig werden.
Wolfegg im Allgäu: Kurtaxe mehr als verdoppelt
Größere Veränderungen zeigen sich vor allem bei einzelnen Kurorten. Auf Sylt wurden die Sätze in mehreren Ortsteilen angehoben, wenn auch in unterschiedlicher Höhe. Den prozentual stärksten Anstieg verzeichnet jedoch Wolfegg im Allgäu: Dort wurde der Beitrag mehr als verdoppelt, weil nun auch ein ÖPNV-Anteil integriert ist. Auch Bad Arolsen und Bad Mergentheim haben deutlich nachgezogen. In Baden-Baden und Oberstdorf müssen Gäste ebenfalls tiefer in die Tasche greifen als noch im Vorjahr.
Waren (Müritz) senkt Kurtaxe
Es gibt allerdings auch Gegenbeispiele. In Waren (Müritz) wurde die Abgabe leicht gesenkt, um den Aufenthalt attraktiver zu machen. In Zinnowitz sinkt der Betrag ebenfalls – allerdings nur, weil bestimmte Leistungen künftig separat berechnet werden. In den meisten der untersuchten Orte blieb die Höhe der Kurtaxe zum Jahresbeginn stabil.
Bettensteuer: Berlin und Flensburg vorn – 3 Euro in Stuttgart
Neben festen Beträgen setzen immer mehr Städte auf eine prozentuale Abgabe vom Übernachtungspreis, oft als Bettensteuer bezeichnet. Besonders hoch ist sie in Berlin, Dortmund und Flensburg, wo 7,5 Prozent fällig werden. Auch Bonn und Schwerin haben ihre Sätze erhöht. Stuttgart verlangt künftig pauschal 3 Euro – bislang gab es in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg keine solche Abgabe.
Bremen und Bremerhaven liegen inzwischen bei 5,5 Prozent, während Städte wie Dresden oder Konstanz ihre bisherigen Werte beibehalten haben. Neu hinzugekommen sind 2026 unter anderem Kassel, Königswinter und Ringsheim. In Hamburg bleibt es beim gestaffelten Modell, bei dem sich die Abgabe am Zimmerpreis orientiert.
Warum die Kurtaxen steigen
Die Erlöse werden zur Instandhaltung der touristischen Infrastruktur verwendet, darunter Strände, Wanderwege, Kulturveranstaltungen und öffentliche Einrichtungen. Gerade kleinere Kurorte sind auf diese Mittel angewiesen, um steigende Energie- und Personalkosten auszugleichen. Meist sind Kinder und Jugendliche von der Zahlung befreit, zudem gibt es häufig Ermäßigungen für bestimmte Personengruppen.
Unterm Strich zeigt der Überblick: Die Unterschiede zwischen den Regionen sind groß. Für Reisende bedeutet das: Wer sein Budget realistisch planen möchte, sollte die jeweilige Kurtaxe vor der Buchung prüfen – besonders in der Hauptsaison kann sie sich summieren.