Fußball-WM

Check24-Trikot oder lieber das „Loddar“-Shirt von Edeka?

Edeka verschenkt ein DFB-Fanshirt ab 50 Euro Einkaufswert, erntet für das Design aber Spott im Netz. Check24 kontert mit Gratis-Trikots inklusive Datenschutz-Falle.

Check24-Trikot oder lieber das „Loddar“-Shirt von Edeka?

„Loddar“ Matthäus wirbt für Edeka-Trikots, die es nur am Mittwoch, 27. Mai, geben soll.

Von Michael Maier

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wirft ihre Schatten voraus, und im Supermarkt hat das Fußballfieber begonnen. Am Mittwoh, 27. Mai, verschenkt der Lebensmitteleinzelhändler Edeka ab einem Einkaufswert von 50 Euro ein „exklusives Deutschland-Fan-Shirt“.

Doch kaum war die Aktion auf Social Media angekündigt, ging der digitale Vorhang auf – und es hagelte Spott zur etwas simplen Gestaltung des Trikots. Nicht alle finden das Design gelungen, doch es soll auch Fans geben. Lange Schlangen blieben am Mittwochmorgen bei Edeka allerdings aus, zumindest bei einer Stichprobe in Böblingen.

Edeka im Wettstreit mit Check24-Trikot

Dass Edeka ausgerechnet jetzt auf ein Gratis-Shirt setzt, kommt nicht von ungefähr – allerdings hat die Marketing-Abteilung wohl die Rechnung teilweise ohne den Erfinder des Hypes gemacht. Denn das Vergleichsportal Check24 lässt den legendären Trikot-Hype von der EM 2024 pünktlich zur Weltmeisterschaft 2026 wieder aufleben.

Während Edeka einen Mindesteinkaufswert von 50 Euro verlangt, haut Check24 parallel über sein In-App-Tippspiel zwei Millionen Deutschland-Trikots komplett kostenlos und versandkostenfrei raus – dieses Mal in Kooperation mit Fila. Für Edeka ist das der denkbar härteste Konkurrenzkampf: Während die Supermarktkette für ihr Design auch Häme kassiert, zeigt sich die Tippspiel-App mit der bewährten Gratis-Taktik wieder treffsicher.

Check 24: Trikot nur mit App und gegen persönliche Daten

Doch so sehr das Design von Check24 bei der EM 2024 auch gelobt wurde: Verbraucherschützer schlagen wieder Alarm und erinnern an die alte Internet-Weisheit: „Wenn ein Produkt nichts kostet, bist du selbst das Produkt.“ Um das Fila-Trikot abzustauben, müssen Nutzer zwingend die Check24-App installieren, ein Kundenkonto anlegen und am WM-Tippspiel teilnehmen.

Die Kritik der Experten wiegt schwer: Das Portal sammelt über diesen Hebel im großen Stil wertvolle, verifizierte Handynummern, Mail-Adressen und Nutzerprofile. Zwar lässt sich die Einwilligung zur Datennutzung für spätere Werbezwecke (etwa für Versicherungen oder Stromtarife) im Nachgang widerrufen oder das Konto wieder löschen, doch der Konzern hat die wertvollen Leads erst einmal im System.

Die Verbraucherzentralen raten daher dringend dazu, die Datenschutzbestimmungen vor dem Klick genau zu prüfen und sich bewusst zu machen, dass man das „Gratis“-Shirt letztlich mit Daten bezahlt.

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Edeka-Milchmädchenrechnung mit Lothar Matthäus

Bewerben ließ Edeka das offizielle DFB-Lizenzprodukt unter anderem von Fußball-Legende Lothar Matthäus in einem Instagram-Clip. Um den Kunden den Mindesteinkaufswert von 50 Euro schmackhaft zu machen, bediente sich das Social-Media-Team dem Internet-Trend „Girl Math“ (also dem augenzwinkernden Schönrechnen von Ausgaben): Ein normales Trikot koste schließlich an die 90 Euro, den Wocheneinkauf müsse man ohnehin machen – wer also für 50 Euro Lebensmittel holt und das Shirt dazu bekommt, macht nach Adam Riese eigentlich Gewinn.

Logisch? Oder vielleicht einfach frauenfeindlich. Als ob Rechenfähigkeiten etwas mit dem Geschlecht zu tun hätten. Allerdings spielt die Werbung durchaus humorvoll mit dem etwas naiven Image von Lothar Matthäus alias „Loddar“.

„Shirt ist nicht hübsch“: Netz lästert über Edeka

Die Community im Netz ließ sich von der charmanten Milchmädchenrechnung allerdings nur bedingt einlullen. Während das Shirt stolz das offizielle DFB-Partnerlogo präsentiert, stößt das Design im Edeka-Look mit Herz-Motiven und einer großen, schwarzen „26“ auf der Rückseite auf sehr gemischte Reaktionen.

Unter den Werbevideos sammelten sich schnell kritische Kommentare, die deutlich mehr Likes abgriffen als Vorfreude-Postings zur WM:

Man darf gespannt sein, ob Edeka seine Shirts gleich am Mittwoch erfolgreich unter die Leute bringt oder die Aktion womöglich verlängert. Unter dem Strich könnte ein 50-Euro-Einkauf indes günstiger kommen als eine Datenfalle, die einen nach der WM mit ganz viel Produktwerbung beglückt. Und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten...