Frank Nopper war von 2002 bis 2021 Oberbürgermeister von Backnang. Archivfoto: Edgar Layher
Kernen im Remstal/Stuttgart. In einer Pressemitteilung kritisiert der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Stetten, Dietmar Prexl, die Aussagen von Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper zum Sparpotenzial in der Eingliederungshilfe. Nopper hatte in der Stuttgarter Zeitung von einem Ende des kommunalen „Schlaraffenlands“ gesprochen und dabei Leistungen für Menschen mit Behinderungen angesprochen. Prexl hält die Wortwahl für verfehlt: „Die Schlaraffenlandmetapher greift in dieser Debatte völlig fehl. Sie verschiebt den Blick weg von einem lösbaren Verwaltungs- und Strukturproblem hin zu einer Diskussion über vermeintliche Überversorgung.“ Ziel müsse es sein, Teilhabe zu sichern und Kommunen durch „konsequenten Bürokratieabbau, klare Standards und durchgängige digitale Prozesse“ zu entlasten.
Die Landesbehindertenbeauftragte Nora Welsch bestätigt das. Die Lebensrealität vieler Betroffener sei „weit von einem Schlaraffenland entfernt“. Einsparpotenziale sieht Prexl vor allem in Verwaltungsabläufen: „Wer ernsthaft sparen will, muss dorthin schauen, wo unnötig Zeit, Personalressourcen und Geld gebunden werden.“ Die Diakonie biete der Stadt Stuttgart an, gemeinsam an Standards und digitalen Abläufen zu arbeiten, um Teilhabe zu sichern und die Verwaltung zu entlasten. pm