Mit einer Netflix-Doku über sein Leben und Drogensucht war Haftbefehl in aller Munde. Jetzt widmet sich der Rapper in seiner Single «Syndrom Stockholm» dem Überleben im Straßenmilieu und Drogenkonsum.
Haftbefehl ist mit einer neuen Single zurück (Archivbild).
Von dpa
Berlin - Rapper Haftbefehl meldet sich mit seiner neuen Single "Syndrom Stockholm" zurück. In dem rund zweiminütigen Track rappt der 40-jährige Offenbacher über das Überleben im Straßenmilieu und Drogenkonsum. Das Musikvideo zum Song in gewohntem Haftbefehl-Stil mit brachialen Beats wurde am Abend veröffentlicht, die Single sollte in der Nacht zu Freitag erscheinen.
Im Track heißt es zum Beispiel: "Blut klebt am Strohhalm, vom Koks-Kristall. Er liegt aufm kalten Boden, Überdosis, Todesfall. Sozialamt, Mindestlohn, Gehalt, so werden wir im Hochhaus alt". In der Hook rappt Haftbefehl: "Ja, so wohnen wir am Block zwischen Hochhäusern, die Koksseuche bricht aus, was‘ los Leute?".
Was hinter dem Songtitel steckt
Der Künstler litt selbst unter einer Drogenabhängigkeit, die ihn fast das Leben kostete. Thematisiert wird dies neben seinem Lebensweg in der 2025 erschienenen Netflix-Doku "Babo - Die Haftbefehl-Story", die zum Streaming-Hit wurde.
Mit dem Songtitel dürfte der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, auf das Stockholm-Syndrom als psychologisches Phänomen anspielen. Dabei entwickeln Opfer etwa von Geiselnahmen positive Gefühle ihren Tätern gegenüber. Haftbefehl deutet damit womöglich auf frühere Erfahrungen mit Drogen hin.
Produziert wurde der Track vom Duo Oddworld (Minhtendo und Alexis Troy). Erst im November hatte der Künstler mit den beiden seine erste rein türkische Single "Dünya Garip" (zu Deutsch: "Merkwürdige Welt") veröffentlicht. Haftbefehl ("069") gilt als einer der größten Stars der Deutschrap-Szene.