Die Schönheit des Schwäbischen Waldes entdecken

Zwei Frauen teilen sich nun die Geschäftsführung des Schwäbischen Wald Tourismus. Daniela Kories und Sarah Zelder übernehmen den Job von Barabara Schunter. Sie möchten Einheimische und Touristen gleichermaßen für die Vorzüge der Tourismusregion begeistern.

Die Schönheit des Schwäbischen Waldes entdecken

Sarah Zelder (von links) nach der Übernahme der Geschäftsführung von Barabara Schunter gemeinsam mit Daniela Kories und ihrem Vorgesetzten, dem Landrat Richard Sigel. Foto: Landratsamt Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr. Nachdem Barbara Schunter 24 Jahre lang Geschäftsführerin des Schwäbischer Wald Tourismus war, der ans Landratsamt Rems-Murr-Kreis angegliedert ist, verabschiedet sie sich in den Ruhestand (wir berichteten). An ihre Stelle treten Sarah Zelder und Daniela Kories als neue Doppelspitze. Beide sind dem Schwäbischen Wald schon länger privat verbunden. Beruflich ist Kories seit sieben Jahren an Bord; Zelder kam 2022 zum Team dazu.

„Wir wollen den Schwäbischen Wald auch den Einheimischen näherbringen“, so beschreibt Sarah Zelder ihre Intention. „Wir wissen, dass die Menschen, die schon immer hier wohnen, im Alltag manchmal vergessen, welche schönen Plätze wir im Schwäbischen Wald haben.“

Weil die beiden aus der Region stammen, fühlen sie sich der Region auch persönlich verbunden. „Ich habe erst, als ich hier angefangen habe, gemerkt, was wir für schöne Flecken in der Region haben. Gerade wenn man mit dem Rad fährt, gibt es so viel zu entdecken“, sagt Zelder, die in Winnenden wohnt. Daniela Kories stammt aus Berglen. Sie ist von der hiesigen Natur nach wie vor begeistert, insbesondere von den Mühlen, aber auch von der Region: „Sie hat es verdient, dass man zeigt, wie toll sie ist. Ich entdecke auch stets neue tolle Plätze.“

Als Erstes wollen sie darum die Einheimischen von der Schönheit der Gegend überzeugen. „Wir haben hier vor der Haustür so viele Möglichkeiten, um Auszeiten vom Alltag zu schaffen“, betont Kories. Das biete einen großen Vorteil: „Man muss nicht in den Urlaub fahren bei uns in der Region, um eine Auszeit zu haben, sondern kann die auch nach Feierabend noch genießen“, findet Sarah Zelder.

Der Titel „Premiumwanderregion“ wird angestrebt

Denn das Besondere am Schwäbischen Wald ist für Daniela Kories vor allem seine Vielfältigkeit. „Wir decken von der Streuobstwiese über Klingen, Wasserfall, Bäche, Wald wirklich alle Landschaften ab. Außerdem haben wir eine tolle Kulinarik mit vielen guten familiengeführten Restaurants und Direktvermarktern, die ihre eigenen Produkte wie Fleisch, Gemüse, Obst oder Mehl verkaufen.“ Auf der größten Urlaubsmesse Deutschlands, der CMT, die jedes Jahr in Stuttgart stattfindet, sei das Interesse an der Region deutlich zu spüren.

Die Waldfee ist dabei das Wiedererkennungszeichen. Sie steht Patin für die Wanderwege Feenspuren, die Feenperle, einen Sekt vom Schwäbischen Wald in Zusammenarbeit mit der Weingärtnergenossenschaft Aspach, und hat den neuen Slogan inspiriert: „Schwäbischer Wald verzaubert.“

In erster Linie übernimmt die jährlich gewählte Fee jedoch die kindgerechte Naturvermittlung und begeistert vor allem Kinder und ihre Eltern für die Region. Das Kindernaturerlebnisfest, das jedes Jahr am 1. Mai stattfindet, habe sich bereits etabliert, findet Zelder. Dafür nehmen die Besucher laut Kories und Zelder auch eine längere Anreise auf sich. Zudem wurde mit Melchiors Abenteuertour ein Pfad extra für Kinder geschaffen: Die Mühlenmaus Melchior führt auf rund sieben Kilometern zu zwei Mühlen. Noch weitläufiger ist der reguläre Mühlenwanderweg. Er umfasst insgesamt 37 Kilometer, führt aber auch in unterschiedlichen kleineren Etappen zu den 13 schönsten noch erhaltenen Mühlen im Schwäbischen Wald.

Um auch junge Zielgruppen anzusprechen, hat der Schwäbische Wald sogar einen eigenen Instagram-Account. „Den haben wir jetzt seit drei Jahren und zeigen dort vor allem Ideen für Ausflüge und Wanderungen“, sagt Sarah Zelder.

Allzu viele neue Projekte wollen die beiden darum gar nicht anstoßen. „Wir haben schon tolle Events, die wir einfach fortführen“, sagt Sarah Zelder. Die Angebote für Familien und auch inklusive Angebote entwickeln sich stetig weiter: Der Naturpark veranstaltet in Kooperation mit dem Ebniseeverein das Event „Ebnisee für alle“ oder zeigt mit den inklusiven Wanderbotschaftern rollstuhltaugliche Strecken. „Hier können wir als Tourismusverein noch mehr die Vermarktung unterstützen“, so Zelder.

Manche Fragen kämen mit fortschreitender Digitalisierung zwangsläufig auf. Denn viele Wanderer nutzen heutzutage Wanderapps wie Komoot oder Q-vadis, das interaktive Touren- und Freizeitportal des Schwäbischen Walds. Dort sind viele Wanderungen und Sehenswürdigkeiten verzeichnet. Aber: „An vielen Orten im Wald gibt es keinen Empfang“, weiß Zelder. Darum habe man, auch für die Zertifizierung zur Premiumwanderregion, einen Mängelmelder entwickelt, bei dem die Wanderer ohne Internet ihre Mängel melden können.

Aktuell beschäftigt Kories und Zelder das Ziel, eine Premiumwanderregion zu werden. Denn die Region benötigt für den Titel etwa eine gewisse Anzahl an zertifizierten Premiumwanderwegen. Neun Stück gibt es bereits, einer steht kurz vor der Fertigstellung. Jüngst ist der Stadtwanderweg „Murrhardter Feenpfad“ eröffnet worden.

„Aber leider hat uns das Starkregenereignis vor zwei Jahren ziemlich zurückgeworfen“, beklagt Daniela Kories. „Das Unwetter hat uns kurzfristig drei Wege genommen.“ Zwei davon sind inzwischen wieder begehbar, an der Reparatur des Drei-Schluchten-Wegs wird aktuell noch gearbeitet. Kommendes Jahr soll auch dieser Weg wieder begehbar sein, sofern alles nach Plan läuft. Von dem Titel erhoffen die beiden sich ein noch positiveres Außenbild der Region. „Das ist dann eben noch mal ein öffentlich wirksameres Qualitätsversprechen, das die Region aufwertet“, ist Daniela Kories überzeugt. „Davon profitieren Einheimische ebenso wie Tagesgäste.“ „Und potenziell birgt das Möglichkeiten für die Touristen, um sie zu längerem Bleiben zu bewegen“, ergänzt Sarah Zelder.

Die Schönheit des Schwäbischen Waldes entdecken

Der Feenspuren-Wanderweg Felsenmeer führt auf 6,5 Kilometern Länge unter anderem zum Riesbergturm bei Murrhardt. Archivfoto: Stefan Bossow