Mein Schiff 4 und 5

„Die vergangenen 50 Tage haben diesen Schiffen etwas abverlangt“

So dramatisch war die Passage durch die umkämpfte Straße von Hormus: Was TUI Cruises und Beteiligte zur Situation auf den Kreuzfahrtschiffen sagen.

„Die vergangenen 50 Tage haben diesen Schiffen etwas abverlangt“

Sieben Wochen lang hing die „Mein Schiff 5“ im Hafen von Doha fest.

Von Michael Maier

Es ist geschafft und doch haben die letzten Wochen bei allen ihre Spuren hinterlassen: Auch die „Mein Schiff 4“ und die „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises haben wie zuvor bereits die „Celestyal Discovery“ den Persischen Golf verlassen und befinden sich aktuell im Indischen Ozean. Damit endet eine Ausnahmesituation in der Straße von Hormus für die Kreuzfahrtbranche – und Tausende von gebuchten Urlaubern können ebenfalls aufatmen.

TUI Cruises bestätigt auf Anfrage, dass sich beide Schiffe aktuell via Kapstadt auf dem Weg in Richtung Mittelmeer befinden, wo unter anderem Mallorca-Kreuzfahrten geplant sind. „Die Passage fand auf Grundlage entsprechender Abstimmungen und Freigaben durch die zuständigen Behörden, kontrolliert sowie unter sorgfältiger Berücksichtigung der Sicherheitslage statt“, erklärt Sprecherin Johanna Sophie Humbert. „Unser Dank gilt den Kapitänen und Crews sowie allen Beteiligten, die mit großer Professionalität und Umsicht diese sichere Passage unterstützt und ermöglicht haben“, so Humbert weiter.

Keine Details zum Beschuss von „Mein Schiff 4“

Zu den näheren Umständen und zum mutmaßlichen Beschuss der „Mein Schiff 4“ durch Terroristen der iranischen Revolutionsgarden wollte sie nicht weiter Stellung nehmen. Die maritime Sicherheitsfirma Vanguard Tech hatte laut Medienberichten zuvor erklärt, die „Mein Schiff 4“ sei beim Durchqueren der Straße von Hormus in den Hoheitsgewässern des Oman wüst bedroht worden. Die Revolutionsgarden hätten angeblich erklärt: „Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören.“ In der Nähe des Schiffes sei ein Einschlag gemeldet worden, Schäden gab es jedoch nicht.

Beide Schiffe nehmen laut TUI Cruises zunächst Kurs auf Kapstadt, wo die Crews ergänzt werden und die Vorbereitung auf den regulären Betrieb erfolgt.

Mein Schiff 4 fährt nun doch ab Triest und Heraklion

Die gute Nachricht für Gäste: Die ursprünglich abgesagten Reisen der „Mein Schiff 4“ ab dem 17. Mai 2026 ab Triest sowie der „Mein Schiff 5“ ab dem 15. Mai 2026 ab Heraklion können nun doch wie geplant stattfinden. Die entsprechenden Gäste und Reisebüropartner werden direkt informiert, die Buchungen automatisch reaktiviert.

Kapitän Fortun wünscht „Kraft und Stärke für sicheren Neustart“

Nach der erfolgreichen Passage meldete sich Kapitän Jan Fortun auf seinem privaten Instagram-Profil zu Wort – nachdenklich, bewegt, erleichtert: „Die vergangenen 50 Tage haben diesen Schiffen etwas abverlangt – keine Crew, keine Reederei sollte so etwas jemals wieder erleben müssen. Eine Erfahrung, die viele, die daran beteiligt waren, noch lange verfolgen wird.“

Gleichzeitig wendet sich der von Tui Cruises auf Social-Media-Kanälen als „Kapitän Jan“ beworbene Fortun an seine Besatzung und schaut nach vorne: „Seid stolz auf das, was jetzt vor euch liegt. Und lasst beide Schiffe wieder das tun, wofür sie eigentlich da sind. Ich wünsche allen Crew-Mitgliedern auf See und an Land die Kraft und die Stärke für einen sicheren und stabilen Neustart.“

Auch Celestyal Journey und MSC Euribia haben Straße von Hormus passiert

Neben den beiden Tui-Schiffen durchquerten in einem Konvoi auch die „Celestyal Journey“ und die „MSC Euribia“ der Schweizer Gesellschaft MSC die Straße von Hormus. Die geplante Kreuzfahrt nach Nordeuropa mit Start ab Kiel am 16. Mai soll wie geplant stattfinden, heißt es.