Digitale Helferbörse für den Rems-Murr-Kreis

Der DRK-Kreisverband führt eine App für den Rems-Murr-Kreis ein, bei der sich Freiwillige für Hilfseinsätze registrieren können.

Digitale Helferbörse für den Rems-Murr-Kreis

Wo wird Hilfe gebraucht? Die neue App des DRK-Kreisverbands weiß es. Foto: Daniel Grbic

Rems-Murr. Der DRK-Kreisverband Rems- Murr führt „Hilf spontan“, eine digitale Helferbörse für den Rems-Murr-Kreis, ein. Die App soll Freiwillige schnell, gezielt und entsprechend ihrer Kompetenzen, Qualifikationen und Verfügbarkeit mit passenden Hilfseinsätzen zusammenbringen, teilt das DRK in einer Pressemitteilung mit. Sie ist sowohl für Krisen und Katastrophen als auch für Unterstützungsangebote im Alltag vorgesehen.

Hintergrund des Projekts sind die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 sowie das Starkregen- und Hochwasserereignis 2024 im Rems-Murr-Kreis. Dabei habe sich gezeigt, dass viele Menschen spontan helfen möchten, ohne Mitglied einer Hilfsorganisation zu sein. Zugleich benötigen professionelle Einsatzkräfte bei größeren Schadenslagen Unterstützung bei einfachen, aber wichtigen Aufgaben. Nach dem Starkregen 2024 baute eine DRK-Projektgruppe deshalb zunächst einen Helferpool auf, dem bislang 60 Personen angehören. Die bisherige Verwaltung über Excel-Listen, E-Mail und Telefon sei jedoch aufwendig, unflexibel und im Bedarfsfall zu langsam. Die App soll deshalb Hilfsangebote und konkrete Bedarfe digital zusammenführen.

Freiwillige können in ihrem persönlichen Profil unter anderem Kontaktdaten, gewünschte Einsatzarten, Einsatzdauer, Entfernung zum Einsatzort, Sprachkenntnisse, Führerschein, weitere Qualifikationen und vorhandene Ressourcen angeben. Einsätze lassen sich per Klick annehmen oder ablehnen. Außerdem bietet die App Warnmeldungen zu Gefahrenlagen, Informationen zur persönlichen Krisenvorsorge sowie eine direkte Kommunikation per Pushnachricht und Newsletter.

Zu den möglichen Aufgaben bei Katastrophen und Krisen gehören die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen, die Unterstützung bei Evakuierungen und von Einsatzkräften, Aufräumarbeiten nach Hochwasser oder Unwettern sowie die Weitergabe von Informationen zu Stromausfällen, Straßensperrungen und unpassierbaren Straßen. Auch Online-Hilfe mit dem Smartphone ist vorgesehen. Außerhalb von Katastrophen können Freiwillige zum Beispiel Einkaufsdienste in besonderen Situationen übernehmen, soziale Projekte und Ausflüge unterstützen oder Übersetzungs- und Dolmetscherdienste anbieten.

Der Probebetrieb läuft seit diesem Jahr mit den registrierten Kräften aus dem Helferpool. Einsätze und Veranstaltungen werden vom DRK Rems-Murr in die App eingestellt. Vorgesehen ist außerdem, dass Städte, Gemeinden und weitere Partner ihren Unterstützungsbedarf über das DRK melden können. Der DRK-Kreisverband Rems-Murr ist nach eigenen Angaben der erste Kreisverband in Baden-Württemberg, der die App einführt. Die Stiftung des DRK im Rems-Murr-Kreis unterstützt das Projekt mit einer Förderung und Anschubfinanzierung von 12500 Euro. pm