Kandidatin bei Sat.1

„Dinge, die dir niemand sagt, bevor du an einer Backshow teilnimmst“

Wie sieht der Alltag bei einer TV-Backshow wirklich aus? Teilnehmerin Lina Stähle gibt auf Instagram persönliche Einblicke hinter die Kulissen von „Das große Backen – Die Profis“ und räumt dabei mit einigen Vorurteilen auf.

„Dinge, die dir niemand sagt, bevor du an einer Backshow teilnimmst“

Lina (25), aus Frankfurt, setzt auf ausgewogene, kreative Geschmackskombinationen und verwendet bevorzugt regionale sowie saisonale Zutaten.

Von Katrin Jokic

Wer bei einer Backshow an kreative Torten, anspruchsvolle Aufgaben und den Wettkampf um den Sieg denkt, sieht nur einen kleinen Teil dessen, was tatsächlich hinter den Kulissen passiert. Das zeigt Lina Stähle, die aktuell bei „Das große Backen – Die Profis“ zu sehen ist. In einem Instagram-Beitrag vom 1. Juni gibt die 25-jährige Konditorin persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen während der Dreharbeiten.

Unter dem Titel „Dinge, die dir niemand sagt, bevor du an einer Backshow teilnimmst“ räumt Stähle mit einigen Vorstellungen auf, die sie selbst vor ihrer Teilnahme hatte. Die Frankfurterin, die für ihre ausgewogenen Geschmackskompositionen und den Einsatz regionaler sowie saisonaler Zutaten bekannt ist, berichtet dabei nicht nur über das Backen selbst, sondern vor allem über die Menschen und Abläufe hinter der Kamera.

Drehtage von zehn Stunden und mehr

Eine ihrer größten Überraschungen: Die Zeit vor der Backstation macht nur einen Teil des Drehtags aus. Vor den Dreharbeiten habe sie angenommen, dass sich alles ausschließlich ums Backen drehe. Tatsächlich gehörten jedoch auch Maske, Interviews, technische Vorbereitungen und lange Wartezeiten dazu. Die Jurybewertungen finden beispielsweise ohne die Kandidatinnen und Kandidaten statt.

„So kommt man ganz schnell auf Drehtage von zehn Stunden oder mehr“, schreibt Stähle. Zudem habe sie erst vor Ort realisiert, wie viele Menschen an einer Fernsehproduktion beteiligt sind und wie viel Organisation hinter den Kulissen nötig ist.

Die Jury sei „auch nur Menschen“

Auch ihr Bild von der Jury habe sich verändert. Vor der Show habe sie großen Respekt vor den bekannten Gesichtern gehabt. Im Fernsehen und auf Social Media wirkten sie oft unerreichbar.

Die Erfahrung am Set sei jedoch eine andere gewesen. Dort habe sie festgestellt, dass die Juroren dieselbe Leidenschaft für das Backen teilen und mit den Kandidaten mitfühlen, wenn etwas nicht wie geplant gelingt.

Aus Konkurrenten wurden Freunde

Besonders positiv erinnert sich Stähle an die Gemeinschaft unter den Teilnehmern. Obwohl die Kandidaten sich erst bei der Anreise kennengelernt hätten, sei schnell klar gewesen, dass sie sich nicht als Konkurrenten sehen.

Stattdessen hätten sie sich gegenseitig unterstützt, Ideen ausgetauscht und auch unter Druck zusammengehalten. Das gemeinsame Erlebnis habe die Gruppe eng zusammengeschweißt. „Wir sind ein Team“, fasst Stähle ihre Eindrücke zusammen.

Perfektion sei nicht das Wichtigste

Eine weitere Erkenntnis der 25-Jährigen: Perfektion ist nicht immer das entscheidende Ziel. Bereits bei ihrer ersten Aufgabe habe sie akzeptieren müssen, dass trotz guter Vorbereitung nicht alles nach Plan läuft.

Lina Stähle in Folge 3 von "Das große Backen - Die Profis". (Bild: Joyn/ Claudius Pflug)

Gerade dadurch habe sie gelernt, worauf es wirklich ankommt. Perfektionismus könne einen manchmal in die Irre führen. Wichtiger sei es, weiterzumachen und den Fokus auf das Wesentliche zu behalten.

Mehr als neue Backtechniken gelernt

Entgegen ihrer Erwartungen habe die Sendung ihr nicht in erster Linie neue handwerkliche Techniken vermittelt. Viel wichtiger seien persönliche Erfahrungen gewesen.

Stähle berichtet, gelernt zu haben, mit Druck umzugehen, flexibel zu bleiben und auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Die größte Erkenntnis sei gewesen, mehr Vertrauen in sich selbst, die eigenen Entscheidungen und das eigene Können zu entwickeln.

Kameras beobachten fast alles

Zu den überraschenden Erfahrungen zählt für Stähle auch die ständige Präsenz der Kameras. Mikrofone seien nahezu durchgehend eingeschaltet und oft sei mehr als eine Kamera gleichzeitig auf die Teilnehmer gerichtet.

„Dein Mikrofon ist an – und plötzlich kommt eine Kamera angefahren und hält direkt auf dich“, beschreibt sie die Situation. Unbeobachtete Momente gebe es während der Produktion kaum.

Die Jury aus Christian Hümbs, Bettina Schliephake-Burchardt und Günther Körffer bewertet die Kreationen. (Foto: Joyn/ Claudius Pflug)

„Zu 100 Prozent wieder“

Trotz aller Herausforderungen würde die Frankfurterin sofort erneut teilnehmen. Rückblickend habe sie nicht nur wertvolle Erfahrungen gesammelt, sondern auch neue Freundschaften geschlossen und an Selbstvertrauen gewonnen.

„Vor allem aber bin ich stolz darauf, dass ich den Mut hatte, es einfach zu wagen“, schreibt sie.

Teilnehmerin bittet um mehr Fairness

Auch zu den ersten beiden ausgestrahlten Folgen äußerte sich Stähle auf Instagram. Die zweite Folge sei für sie eine der anstrengendsten gewesen. Während der Dreharbeiten sei sie krank gewesen und habe vor allem gehofft, die Produktion durchhalten zu können.

Gleichzeitig appellierte sie an die Zuschauer, respektvoll miteinander umzugehen. In den sozialen Netzwerken werde häufig vorschnell über Teilnehmer geurteilt. Dabei zeige das Fernsehen nur einen kleinen Ausschnitt vieler Stunden und Situationen.

„Jeder, der sich dort hinstellt, seine Leistung zeigt und sich vor laufenden Kameras bewerten lässt, verdient erst einmal Respekt“, schreibt Stähle.

Die dritte Folge von „Das große Backen – Die Profis“ läuft am Mittwoch, 10. Juni, um 20.15 Uhr in Sat.1 und vorab auf Joyn.