Ein Brand in einem Reutlinger Umspannwerk legt mehr als 7000 Haushalte, das Kreisklinikum und Firmen lahm. Ein Ende ist noch nicht absehbar.
Zahlreiche Firmen sind nach dem Brand ohne Strom.
Von Eberhard Wein
Nach dem Brand in einem Umspannwerk im Reutlinger Westen sind immer noch mehr als 7000 Haushalte ohne Strom. „Wir wissen leider noch nicht, wie lange die Reparatur dauern wird“, sagte der Sprecher der Reutlinger Stadtwerke, Klaus Leibfritz. Das Feuer war kurz vor 2 Uhr in der Nacht im Umspannwerk in der Markwiesenstraße im Industriegebiet West in Betzingen aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Allerdings sprechen mehrere Indizien offenbar dafür, dass es sich um einen Anschlag handeln könnte.
„Ja, es wird auch wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt“, bestätigte Leibfritz gegenüber unserer Redaktion. Ein Sprecher von Netze BW erklärte, es seien drei Brandstellen auf dem Gebiet des Umspannwerks gefunden worden. Außerdem sei ein Zaun beschädigt. Die Polizei äußerte sich bislang dazu nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Sprecher. Es werde gegen 11 Uhr eine Pressekonferenz im Rathaus stattfinden.
Stromausfall in Reutlingen: Klinik meldet Notaufnahme ab
Der Brand sei mittlerweile gelöscht, so die Polizei. Von den Stromausfällen seien aber nach wie vor mehrere Stadtteile und umliegende Gemeinden wie Kirchentellinsfurt betroffen. Auch Internet und Telekommunikation fielen teilweise aus, Ampeln blieben dunkel.
Das Reutlinger Kreiskrankenhaus musste seinen Betrieb einschränken. Die Notaufnahmen des Klinikums am Steinenberg und der Albklinik Münsingen seien aktuell abgemeldet, hieß es am Morgen auf der Homepage. Bei medizinischen Notfällen müssten andere Kliniken aufgesucht werden.
Reutlingen: Bosch bittet Mitarbeiter, daheim zu bleiben
Auch bei zahlreichen Firmen im Industriegebiet West, einem der größten Standorte in Reutlingen, ging am Montagmorgen nichts. Die Niederlassung von Bosch bat ihre Mitarbeiter, im Homeoffice zu bleiben. Auch das Druckzentrum des Reutlinger Generalanzeigers war von dem Stromausfall betroffen.
Im Januar hatte es zwei Brandanschläge auf Umspannwerke in Berlin und Erkrath gegeben. Dort wurden linksextremistische Kräfte verantwortlich gemacht. In Berlin dauerte der Stromausfall mehrere Tage.