Mehrere Michelin-Reifenmodelle im Pkw und Lkw-Bereich sind schadhaft ausgeliefert worden. Betroffen ist unter anderem auch Daimler Truck.
Das kann gefährlich werden: Nicht nur Lkw-Reifen sind vom aktuellen Rückruf bei Michelin erfasst.
Von mic/red
Die Michelin-Gruppe hat einen vorsorglichen Rückruf für bestimmte Autoreifen gestartet, der acht EU-Länder betrifft, darunter auch Deutschland. Insgesamt sind 253 Reifen betroffen, die in den Januarwochen 3 und 4 des Jahres 2026 produziert wurden.
Die Qualitätskontrollen des Unternehmens haben festgestellt, dass die betroffenen Reifen im Laufe der Zeit möglicherweise langsam Druck verlieren können. Obwohl bislang keine ungewöhnlichen Druckverluste gemeldet wurden, besteht das Risiko, dass ein schleichender Reifendruckverlust die Fahrsicherheit beeinträchtigen könnte.
Schleichender Druckverlust in Michelin-Reifen
Ein zu niedriger Reifendruck ist laut ADAC die häufigste Ursache für Reifenpannen. Besonders problematisch: Ein schleichender Druckverlust wird von Fahrern oft erst sehr spät bemerkt. Bei dauerhaft zu geringem Luftdruck können Reifen überhitzen, was besonders bei hohen Geschwindigkeiten oder an heißen Tagen mit Asphalttemperaturen von 40 bis 60 Grad Celsius das Risiko eines plötzlichen Reifenversagens erhöht. Im schlimmsten Fall kann sich ein Balg bilden, der Reifen überhitzen und platzen.
Gefährliche DOT-Nummern bei Michelin
Autofahrer, die Anfang 2026 neue Reifen des betroffenen Typs montiert haben, sollten die DOT-Nummer an der Reifenflanke überprüfen. Sind dort die DOT-Wochen 03 oder 04 des Jahres 2026 vermerkt, empfiehlt Michelin, umgehend Kontakt mit dem Reifenfachhändler aufzunehmen.
Alle betroffenen Händler wurden bereits informiert und angewiesen, ihren Kunden Ersatzreifen desselben Typs anzubieten. Michelin betont, dass es sich um „eine proaktive und vorbeugende Maßnahme“ handelt.
Vom Rückruf betroffene Michelin-Reifen
Zusätzlich hat Michelin auch eine freiwillige Aktion für bestimmte Lkw-Reifen eingeleitet. Betroffen sind die Typen Michelin X Multi Z und Michelin X Line Energy Z in der Dimension 355/50 R 22.5, produziert zwischen 2023 und der DOT-Woche 8 im Jahr 2025.
Michelin-Rückruf auch bei Daimler Truck
Bei diesen Reifen kann es unter Umständen zu einem umlaufenden Riss in der Seitenwand im Bereich des Barcode-Feldes kommen, der gegebenenfalls zu einem schnellen Druckverlust führt. Von den insgesamt 47.065 produzierten Reifen könnten laut Michelin maximal 470 betroffen sein. Der Rückruf trifft auch Fahrzeughersteller wie Daimler Truck, wo weltweit 2.738 Actros und eActros zurückgerufen müssen.