Die E-Auto-Förderung lässt Preise purzeln: VW ID.3 für 99 Euro und ein anderes Modell schon für 18 Euro monatlich – Hersteller locken mit (vermeintlichen) Schnäppchen.
Cremefarbig-kompakt: Der Leapmotor TO3 kommt aus China.
Von Michael Maier
Die neue E-Auto-Förderung 2026 sorgt für eine Revolution auf dem deutschen Automarkt. Elektroautos sind plötzlich so günstig wie nie zuvor - teilweise sogar billiger als ihre Verbrenner-Pendants – etwa der Dacia Spring.
Ein aktueller Überblick zeigt: Wer jetzt ein Elektroauto least, kann unter Umständen tatsächlich Schnäppchen machen. In der Kategorie von 18 Euro bis 199 Euro sollte für jeden Geldbeutel etwas dabei sein – auch wenn man bei den Ansprüchen teilweise Abstriche machen muss.
Bis zu 6000 Euro E-Auto-Prämie
Per Anfang 2026 gewährt der Staat für rein elektrische Neufahrzeuge Zuschüsse zwischen 3.000 und 6.000 Euro, abhängig von Einkommen und Kinderzahl. Anträge sind aber erst ab Mai möglich.
Die höchste Förderung erhalten Haushalte mit mindestens zwei Kindern und einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 45.000 Euro. Auch kinderlose Haushalte mit einem Einkommen zwischen 60.000 und 80.000 Euro bekommen noch 3.000 Euro Zuschuss.
Bei Fahrzeugen unter 45.000 Euro Listenpreis gibt es die volle Förderung von bis zu 6.000 Euro. Bei Preisen zwischen 45.000 und 60.000 Euro sind es noch 3.000 Euro. Teurere Modelle gehen leer aus. Das sind die (vermeintlichen) Schnäppchen beim E-Auto-Leasing:
1. Leapmotor T03 - ab 18 Euro monatlich
Der Preisbrecher kommt aus China: Der Leapmotor T03 ist für 18 Euro im Monat zu haben. Die Laufzeit beträgt 36 Monate mit einer Kilometerbegrenzung von 5.000 km pro Jahr. Mit 95 PS und einer Reichweite von rund 265 Kilometern bietet der Mini-Stromer zwar keine beeindruckenden Leistungsdaten, kommt aber an den ebenfalls in China produzierten Dacia Spring heran.
Zur Einordnung: Die Überführungskosten von 1.450 Euro muss der Kunde trotzdem übernehmen – und 4000 Euro „Sonderzahlung“ vorschießen, die ab Mai nach Angaben von Leapmotor aber mit der individuell zu beantragenden E-Auto-Prämie verrechnet werden können.
2. KIA EV4 - ab 69 Euro monatlich
Der KIA EV4 will König im Preis-Leistungs-Verhältnis sein und kommt nicht aus China, sondern aus Korea: Für 69 Euro im Monat erhält man einen Kompaktwagen mit 204 PS, 440 Kilometern Reichweite und 7 Jahren Garantie. Panoramadisplay, Navi und Tempomat sind serienmäßig dabei. Die Laufzeit beträgt 36 Monate mit lediglich 5.000 km Jahreslaufleistung.
3. Dacia Spring – ab 74 Euro monatlich
Dacia bewirbt für den Spring aktuell eine Leasingrate von 74 Euro im Monat über eine Laufzeit von zwei Jahren – verfügbar bis Ende März 2026. Eine Sonderzahlung fällt nicht an, die Fahrleistung ist auf insgesamt 20.000 Kilometer limitiert. Es sind nur Überführungskosten zu bezahlen.
Die genaue Höhe nennt Dacia allerdings nicht. Die meisten Hersteller orientieren sich bei der Überführung an einer Anstandsgrenze von 1000 Euro, wobei die Chinesen (inklusive Dacia/Dongfeng) dafür bekannt sind, bei solchen unscheinbaren Positionen mitunter kräftig zu kassieren.
4. VW ID.3 - ab 99 Euro monatlich
Der VW ID.3 ist derzeit Deutschlands beliebtestes Elektroauto und nun auch eines der günstigsten. Die Einstiegsversion „Pure“ mit 125 kW (170 PS) und einer Reichweite von bis zu 388 km (WLTP) ist für 99 Euro im Monat zu haben. Damit ist der Kompakte im Leasing günstiger als ein VW Polo mit Verbrennungsmotor. Laufzeit von 36 Monaten und 10.000 km Jahreslaufleistung.
5. Ford Puma Gen-E - ab 99 Euro monatlich
Der Ford Puma Gen-E ist Fords erster elektrischer Kleinwagen für Europa. Das in Köln entwickelte und produzierte Crossover-SUV bietet 167 PS und 376 Kilometer Reichweite. Für 99 Euro im Monat erhält man die „Premium-Ausstattung“ mit Navigationssystem, Rückfahrkamera, beheizten Sitzen und kabellosem Laden fürs Smartphone. Die Laufzeit beträgt 36 Monate mit 10.000 km pro Jahr.
6. Fiat Grande Panda Electric - ab 99 Euro monatlich
Auch der neue Fiat Grande Panda Electric ist für unter 100 Euro monatlich zu haben. Das fünftürige Modell bietet einen auf über 1.300 Liter erweiterbaren Gepäckraum – wegen der großen Batterie bei Stromern oft ein kritischer Schwachpunkt für Familien – sowie einen 83 kW/113 PS starken Elektromotor. Die 44 kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 320 Kilometern. Voraussetzung sind eine Laufleistung von 10.000 Kilometern pro Jahr sowie eine Leasingdauer von vier Jahren.
7. Ford Explorer - ab 129 Euro monatlich
Der Ford Explorer ist das große Elektro-SUV von Ford, gebaut in Köln. Die Standard-Version mit 58-kWh-Batterie bietet 190 PS und 444 Kilometer Reichweite. Für 129 Euro monatlich erhält man die „Style-Ausstattung“ mit Touchscreen und Zweizonen-Klimaautomatik, bei einer Laufzeit von 36 Monaten und 10.000 km pro Jahr.
Bis wann reicht die E-Auto-Prämie?
Unter dem Strich macht der neue Eletrobonus die E-Mobilität attraktiver als je zuvor. Auch die Versicherung ist in der Regel günstig, und mindestens bis 2030 spart man sich die KfZ-Steuer. Wenn das Kontingent der Fördergelder aufgebraucht ist, könnten Preise und Leasingraten aber wieder steigen. Theoretisch hat Umweltminister Carsten Schneider (SPD) die Laufzeit bis Ende 2027 veranschlagt.