Ein guter Anlass, um zu loben und zu kritisieren

Die Teilnehmer nutzen bei der Aktion im „Wohnzimmer“ nicht nur die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Sie suchen auch aktiv den Austausch.

Ein guter Anlass, um zu loben und zu kritisieren

Alle Teilnehmer an der BKZ-Aktion zum Tag des Lokaljournalismus waren eifrig ins Gespräch vertieft. Fotos: Alexander Becher

Backnang. Am Ende des Abends sind sich die meisten im „Wohnzimmer“ einig: Es war eine sehr interessante Veranstaltung und eine gute Gelegenheit, um einmal mit den Menschen, die hinter der Zeitung stehen, ins Gespräch zu kommen. Dabei rückten vielfältigste Themenschwerpunkte in den Mittelpunkt.

Stopfmaterial für das Sommerloch Seit rund 40 Jahren ist Andreas Pitschmann aus Backnang Abonnent unserer Zeitung, von unserer Aktion anlässlich des Tags des Lokaljournalismus hat er folgerichtig in selbiger erfahren. Den Entschluss, sich anzumelden, fasste er rasch: „Mich hat interessiert, wo die Themen herkommen, ob man sich die aus den Fingern saugt oder ob sie der Redaktion zufliegen. Und ich wollte auch erfahren, wie man eine Zeit überbrückt, in der einmal nicht so viel los ist.“ Das Zeitfenster von 15 Minuten pro Tisch erschien ihm dabei fast ein wenig zu kurz. „Ich wäre gerne noch ein wenig mehr in die Tiefe gegangen.“ Ansonsten hätten sich seine Vorstellungen von der Arbeitsweise unserer Lokalredaktion im Wesentlichen bestätigt, so der in Hamburg aufgewachsene Backnanger. Das ist auch kein Wunder, hat er doch selbst fachliche Vorkenntnisse: „Ich habe mich schon in der Schulzeit mit dem Thema beschäftigt und eine Arbeit über Satz- und Drucktechnik bei der Zeitung geschrieben.“

Lob für Kabarettnachbesprechung Ob in Jordanien oder im Zug von Moskau nach Sankt Petersburg: Annemarie Stempfhuber aus Strümpfelbach, die für ihr Leben gerne reist, will auch im Ausland nicht auf ihre Zeitung verzichten. „Ich will genau verfolgen, was in der Politik passiert, aber ich lese auch die Todes- und die Geburtstagsanzeigen“, verrät sie. Die Online-Angebote unserer Zeitung sind dabei für sie äußerst praktisch, gleichwohl sie mit dem Aufbau der Website ihre Probleme habe.

Für die Veranstaltung im Backnanger „Wohnzimmer“ hat Annemarie Stempfhuber vor allem lobende Worte übrig. „Es war wirklich sehr interessant und ich konnte alles loswerden, was mir wichtig war“, sagt sie. Dazu zählte sowohl Kritik als auch Lob: „Vor einiger Zeit gab es nach einem Kabarettabend im Bürgerhaus einen Artikel darüber. Der war von Simone Schneider-Seebeck und wirklich wunderbar geschrieben, ich hatte richtig Gänsehaut.“

Überrascht von der Bedeutung des Online-Bereichs Im Jahr 2020 öffnete unsere Zeitung schon einmal die Türen für eine Begegnung mit den Leserinnen und Lesern, damals unter dem Titel „Gläserne Redaktion“ in den Räumlichkeiten des technischen Betriebs im Kuchengrund. Walter Amann aus Backnang war auch da schon mit von der Partie und hat gute Erinnerungen an die Veranstaltung, sodass er die Gelegenheit zum direkten Austausch mit den Redakteurinnen und Redakteuren auch diesmal nicht verpassen wollte. „Mich interessiert einfach die Arbeit von Zeitungen“, begründet er sein Kommen zum Tag des Lokaljournalismus.

Bereits seit 1979 ist er Abonnent der Backnanger Kreiszeitung und möchte es auch gerne noch lange bleiben. „Ich finde es sehr wichtig, dass es Zeitungen und insbesondere auch Lokalzeitungen gibt“, betont er. Während er mit der traditionellen Arbeit von Journalisten gut vertraut ist, erfuhr er am Tag des Lokaljournalismus im „Wohnzimmer“ doch auch manch Neues. Insbesondere gelte das für die Arbeit im Online- und Social-Media-Bereich, wenngleich es nicht seine Welt sei: „Ich war aber doch überrascht, dass das im Redaktionsalltag mittlerweile eine so große Rolle spielt.“

Politische Bildung für die Jugend Als langjährige Lehrerin am Bildungszentrum Weissacher Tal, unter anderem für Deutsch und Geschichte, liegt Renate Flick insbesondere die Schnittstelle zwischen Zeitung und Jugend am Herzen. „Ich finde Zeitungen sehr wichtig für die politische Bildung von Jugendlichen, vor allem in demokratisch bedrohten Zeiten“, sagt die Unterweissacherin. Gerade deshalb empfand sie die Hintergründe zu Social-Media-Aktivitäten unserer Zeitung als besonders aufschlussreich. „Für mich ist das ein bisschen Neuland, aber ich finde es sehr wichtig, um die Jugend als Zeitung zumindest einmal zu erreichen und so vielleicht auch irgendwann zum Lesen der gesamten Ausgabe zu bewegen.“

Insgesamt habe der Abend im „Wohnzimmer“ gehalten, was sie sich von ihm versprochen habe, meint Renate Flick. „Ich konnte Lob, aber auch etwas Kritik loswerden.“ So wünscht sich die pensionierte Lehrerin etwa mehr redaktionelle Aufmerksamkeit für schulische Aktionen wie die Ausbildungsmesse am Bize. Vor allem sei es ihr aber darum gegangen, den Tag des Lokaljournalismus unserer Zeitung zu unterstützen. „Ich finde, das ist ein richtig tolles Format, um mit den Lesern in Kontakt zu kommen.“