Mette-Marit

Ein Viertel der Norweger hält sie als Königin für ungeeignet

Ein Viertel der Norweger hält Königin Mette-Marit laut einer aktuellen Umfrage für ungeeignet für ihre Rolle – ihre Zustimmung ist jedoch zuletzt gestiegen.

Ein Viertel der Norweger hält sie als Königin für ungeeignet

NORWAY-ROYALS-HARALD-FUNERAL: Queen Mette-Marit of Norway arrives for the funeral ceremony of late King Harald V of Norway in front the Cathedral in Oslo on September 9, 2026. (Photo by Odd ANDERSEN / AFP)

Von Katrin Jokic

Ein Viertel der Norweger hält Königin Mette-Marit für ungeeignet für ihre Rolle. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts Respons Analyse im Auftrag der Zeitung Aftenposten.

Auf die Frage, in welchem Maße sie Mette-Marit für geeignet halten, Königin von Norwegen zu sein, antworteten 25 Prozent mit „in sehr geringem“ oder „in ziemlich geringem Maße“.

14 Prozent halten sie demnach in sehr geringem Maße für geeignet, weitere elf Prozent in eher geringem Maße.

Gleichzeitig fällt die Zustimmung deutlich höher aus: 47 Prozent der Befragten halten Mette-Marit in ziemlich oder sehr hohem Maße für geeignet. 27 Prozent antworteten mit „weder noch“, zwei Prozent waren unsicher.

Die Befragung wurde zwischen dem 10. und 14. September durchgeführt – nach der Beisetzung von König Harald. Insgesamt wurden 1003 Personen befragt. Die Stichprobe gilt als repräsentativ für die norwegische Bevölkerung.

Zustimmung deutlich gestiegen

Trotz des weiterhin großen Anteils an Skeptikern hat sich Mette-Marits Ansehen seit Beginn des Jahres deutlich verbessert.

Bereits im Februar hatte Respons Analyse im Auftrag von Aftenposten eine ähnliche Befragung durchgeführt. Damals erklärte nur rund jeder Fünfte, Mette-Marit sei für die Rolle als künftige Königin geeignet.

Seitdem ist die Zustimmung damit deutlich gestiegen. Die frühere Befragung fand noch vor Mette-Marits Lungentransplantation im Juni statt.

Experte: Sympathie und Vertrauen werden vermischt

Der Politikwissenschaftler und frühere Hofmitarbeiter Carl-Erik Grimstad warnt allerdings davor, die aktuellen Werte als dauerhaftes Vertrauensvotum zu interpretieren.

Große Ereignisse im Königshaus hätten regelmäßig Einfluss auf die öffentliche Stimmung, sagte Grimstad gegenüber Aftenposten. Das gelte etwa für Hochzeiten, Konfirmationen, Beerdigungen oder besonders intensive Berichterstattung über die Königsfamilie.

Nach seiner Einschätzung dürfte auch der Tod und die Beisetzung König Haralds eine Rolle spielen. Die königliche Familie sei in dieser Zeit besonders positiv und emotional dargestellt worden.

„Die Menschen neigen dazu, Sympathie und Vertrauen miteinander zu vermischen“, sagte Grimstad. Deshalb seien die aktuellen Zahlen als langfristiges Maß für das Vertrauen in Mette-Marit nur eingeschränkt aussagekräftig.

Grimstad arbeitete Anfang der 1990er-Jahre am norwegischen Königshof und war später Abgeordneter der liberalen Partei Venstre im Storting.

Wie sich die Zustimmung künftig entwickeln werde, sei offen. Sie könne sowohl steigen als auch sinken. Das neue Königspaar stehe erst am Anfang seiner Amtszeit, sagte Grimstad. Öffentliche Auftritte und Reisen könnten die Wahrnehmung deutlich verändern.

Der norwegische Königshof wollte sich zu den Ergebnissen nicht äußern. Grundsätzlich kommentiere man solche Meinungsumfragen nicht, erklärte ein Sprecher des Hofes gegenüber Aftenposten.

Belastende Jahre für Mette-Marit

Mette-Marit stand in den vergangenen Jahren immer wieder unter erheblichem öffentlichen Druck.

Für Schlagzeilen sorgten unter anderem ihre früheren Kontakte zu dem wegen Sexualstraftaten verurteilten US-Finanzier Jeffrey Epstein.

Hinzu kommt das Strafverfahren gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby. Er wurde im Juni vom Osloer Bezirksgericht unter anderem wegen zweier Vergewaltigungsfälle zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Høiby hat Berufung eingelegt, der Fall soll vor einem höheren Gericht erneut verhandelt werden.

Auch der Gesundheitszustand der Königin beschäftigt die norwegische Öffentlichkeit. Ihre Lungenerkrankung hatte sich im Verlauf des Jahres verschlechtert. Im Juni erhielt Mette-Marit am Rikshospitalet in Oslo eine neue Lunge. Die Transplantation verlief zunächst erfolgreich.

Anfang September wurde jedoch bekannt, dass es nach dem Eingriff zu Komplikationen gekommen war.

Gesundheit entscheidet über künftige Rolle

Bereits im März hatte Mette-Marit in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunk NRK erklärt, dass ihre Gesundheit darüber entscheiden werde, in welchem Umfang sie ihre Aufgaben wahrnehmen könne.

Damals war sie noch Kronprinzessin. Auf die Frage, ob sie motiviert sei, ihre Rolle fortzuführen und später die Aufgaben als Königin zu übernehmen, erklärte sie, dies hänge letztlich von ihrem Gesundheitszustand ab.

Zugleich betonte sie ihre Unterstützung für Haakon. Sie bezeichnete ihn als den Menschen, den sie am meisten auf der Welt respektiere, und erklärte, sie wolle an seiner Seite stehen, sofern ihre Gesundheit dies zulasse.