In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober stellt Deutschland auf die Winterzeit um.
Von Dominique Leibbrand
Am kommenden Wochenende beginnt die Winterzeit, das bedeutet: Die Uhren werden von 3 Uhr um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Für viele Baden-Württemberger eine lästige Übung, die sie für überflüssig halten. So sprechen sich fast zwei Drittel der Menschen im Land (64 Prozent) für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus.
Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK. Dabei fühlt sich eine Mehrheit von den wechselnden Zeiten gar nicht so richtig beeinträchtigt: 71 Prozent der Befragten haben angegeben, in Verbindung mit der Zeitumstellung bisher noch keine Probleme gehabt zu haben.
Und das geht nicht nur den Baden-Württembergern so, vielmehr liegt der Südwesten damit im bundesweiten Schnitt. Gleichzeitig verliert die Forderung nach Abschaffung der Zeitumstellung in ganz Deutschland leicht an Unterstützung, teilt die DAK dazu mit. Seit 2013 fragt sie die Haltung der Deutschen zu dem Thema ab. Aktuell sprächen sich noch 71 Prozent der Deutschen für eine Abschaffung aus. Das seien fünf Prozent weniger als im Vorjahr – und so wenige wie seit 2015 nicht mehr. Am stärksten falle der Rückgang in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen von 66 auf 50 Prozent aus.
Das bedeutet aber nicht, dass es nicht auch weiterhin Menschen gibt, die unter der Zeitumstellung leiden. Fast ein Drittel der Befragten (29 Prozent) gibt an, mit dem Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit schon mal psychische oder andere gesundheitliche Belastungen erlebt zu haben. Frauen scheinen mit 36 Prozent deutlich häufiger als Männer (22 Prozent) mit Problemen zu kämpfen. Auch bei den Altersgruppen zeigen sich laut DAK Unterschiede: Rund ein Drittel der 30- bis 59-Jährigen hatte nach dem Uhrenwechsel schon mal Probleme, bei jüngeren Erwachsenen und Menschen ab 60 sind es dagegen jeweils nur drei von zehn Befragten.
Müdigkeit und Schlappheit als Folge
Als häufigste Probleme nennen Betroffene Müdigkeit oder Schlappheit (80 Prozent). 63 Prozent berichten von Einschlafproblemen oder Schlafstörungen. Es folgen Konzentrationsprobleme (41 Prozent) und Gereiztheit (37 Prozent). Jede fünfte Person bringt der DAK-Umfrage zufolge mit der Zeitumstellung zudem depressive Verstimmungen in Verbindung.
Die Zeitumstellung als solche könnte eigentlich längst Geschichte sein. Bereits 2018 hatte die EU-Kommission die Abschaffung vorgeschlagen. Doch bis heute wird die Umsetzung blockiert, weil die EU-Staaten bei dem Thema uneins sind. Die Länder können sich nicht darauf einigen, ob dauerhaft die Sommerzeit oder die Normalzeit, sprich die Winterzeit, gelten soll. Und das, obwohl Menschen über gesundheitliche Probleme klagen, Wildunfälle zunehmen und Tiere in der Landwirtschaft durch den veränderten Rhythmus in Stress geraten.